Chinas Propaganda als Waffe gegen das Virus

Infolge der Corona-Virus Pandemie zeichnen sich globale Veränderungen ab. China bewegt sich in Richtung internationaler Wirtschaftsführung und lässt die Machtbasis der Vereinigten Staaten gehörig schwanken.

 

Mit bereits weltweit mehreren Hundert Millionen Menschen die sich in Quarantäne von der restlichen Welt absondern, ist die Corona-Pandemie mittlerweile zu einem globalen Ereignis geworden. Wird die geopolitische Bedeutung für die Gesundheit nur als zweitrangig angesehen, können die Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort lange anhalten. Wir sprechen dabei von mehreren Jahren bis zu Jahrzehnten und im schlimmsten Fall mit einer permanenten Verschiebung von Machtgefügen oder dem Kollaps politischer Stabilität.

 

America First war gestern

Allen, insbesondere den Parteimitgliedern ist klar, dass Washington den Startschuss für einen globalen Wandel bereits selbst abgegeben hat: Das Versagen großer Institutionen, vom Weißen Haus über das Ministerium für innere Sicherheit (US Department of Homeland Security) bis hin zu den Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC – Centers for Disease Control and Prevention), hat das Vertrauen der Welt in die Fähigkeiten und Fertigkeiten der USA stark geschwächt. Die öffentlichen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, selbst die offiziellen E-Mails oder Tweets haben eine große Rolle bei der Verbreitung der Unsicherheit im Land gespielt. Die weltweite Ausbreitung der Pandemie hat Trumps Instinkt, einen Alleingang anzustreben noch weiter verstärkt und der Welt gezeigt, wie unvorbereitet Washington ist, eine klare Reaktion auf Katastrophen globalen Ausmaßes anzuführen.
Der Status der Vereinigten Staaten als militärischer und wirtschaftlicher Weltmarktführer der letzten 70 Jahre beruht nicht nur auf nationalem Wohlstand, sondern auch aus der Selbstverständlichkeit der Bereitstellung globaler und öffentlicher Güter für die Verbündeten und der Fähigkeit und Bereitschaft in Zeiten der Krise eine globale Reaktion anzuführen. Das Krisenmanagement der Vereinigten Staaten wird infolge der Coronavirus-Pandemie einem ausgiebigen Härtetest unterzogen. Bislang versagte die Führung in Washington auf ganzer Linie. Außer Durchhalteparolen hatte man dem weltweit drohenden medizinischen und wirtschaftlichen Kollaps nur wenig entgegenzusetzen.

 

Die Weltmacht im Osten als Saubermann im Westen

Als Folge des Scheiterns hat die Führung in Peking schnell und geschickt versucht, die durch amerikanische Fehler entstandene Lücke zu füllen und sich als Weltmarktführer im Kampf gegen die Ausbreitung der Pandemie zu positionieren. China versucht anderen Weltteilen in finanziellen und materiellen Bedürfnissen verstärkt unter die Arme zu greifen und somit den Einfluss und die eigene Legitimität in der Welt auszubauen. Der Wandel in der Wahrnehmung der Krise ist durchaus beachtlich. Schließlich waren es Pekings Fehltritte mit der anfänglichen Vertuschung der aufkommenden Krise, die letztendlich im Tod des Arztes Li Wenliang einen ersten Höhepunkt fand und dazu führten, dass sich das Virus auf allen Kontinenten ausbreiten konnte. China war letztendlich der entscheidende Faktor, der dazu beigetragen hat, dass sich jetzt beinahe alle Länder der Welt mit daraus resultierenden massiven medizinischen wie auch wirtschaftlichen Schwierigkeiten auseinanderzusetzen haben.
Peking versteht aber auch, dass die Wahrnehmung der Welt auf die Position der Vereinigten Staaten in Hinblick auf die einzunehmende Rolle in der Bekämpfung der Pandemie, den Wettbewerb der Großmächte um die wirtschaftliche und weltpolitische Führung im 21. Jahrhundert grundlegend und nachhaltig verändern könnte. Besonders, wenn die politische Basis in Peking als führend und die Führung in Washington als unfähig oder nicht bereit das Ruder zu übernehmen, angesehen wird.

 

Das Werben Chinas um die Gunst der Europäer

Entscheidenden Einfluss auf die Breitenwirkung spielt die Erzählung von Pekings angeblich durchschlagenden Erfolg im Kampf gegen die Verbreitung des Virus. Ein nicht endenwollender Zustrom an Propagandaartikeln in beinahe allen Sprachen unterstreicht die angeblichen Errungenschaften und schafft ansehen und Legitimität einer zentralgesteuerten innerstaatlichen Regierungsführung. Kontrolle über das Einzelindividuum zum Wohle des Volkes.
Chinesische Beamte und staatliche Medien haben sogar darauf bestanden, dass das Virus trotz einer überwältigenden Vielzahl an Gegenbeweise nicht aus China hervorgegangen sei – um die Schuld Chinas an der Pandemie zu verringern und gleichzeitig die Mär des Wohltäters der Menschheit aufrecht zu erhalten. Wer nun nach Ansicht Chinas die Schuld an der größten Herausforderung nach Ende des 2. Weltkrieges auf sich nehmen sollte, ist man sich auch in China nicht ganz einig. Je nach Situation bezichtigt man einmal die USA, dann wieder Italien. Auf Gegenbeweise der chinesischen Führung wartet die Welt bis heute.

Wie viel Demokratie kann China nach außen hin zeigen?

Die weitreichend organisierten und von staatlicher Führung gelenkte Desinformationskampagne bei der nach russischem Vorbild, Sprecher des chinesischen Außenministeriums und Diplomaten in anderen Teilen der Welt, Artikel mit schlecht recherchierten Quellen austauschen, hat als Ziel die Vertrauensbasis der Vereinigten Staaten mit seinen Verbündeten zu untergraben und diese Länder verstärkt an sich selbst zu binden. Diese Aktionen in Kombination mit Chinas beispielloser Massenvertreibung von Journalisten aus drei führenden amerikanischen Zeitungen, schaden jedoch Chinas Anspruch auf Führung am Weltmarkt.

 

Gemeinsam statt einsam

Diese Führung ist nicht mit chinesisch-staatlichem Verständnis zu erlangen. In einer offenen westlichen Demokratie ist mit Propaganda und Gegenpropaganda kein Krieg zu gewinnen. Ein offen ausgetragener Kampf der Erzählungen, wer in der Krise die richtigen Mittel zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt hat, verzehrt die notwendig zu führenden Gegenmaßnahmen im Kampf gegen den eigentlichen Feind, das Virus. Hingegen könnte ein Zusammenspiel im Kampf gegen das Coronavirus für die Vereinigte Staaten als Weckruf dienen und die dringend benötigten Fortschritte bei globalen Herausforderungen vorantreiben. Ein solcher Richtungswandel sollte keinesfalls als Zugeständnis an die chinesische Macht ausgelegt werden. Und würde auch vom Rest der Welt nicht als solcher gesehen werden. Aber es trägt dazu bei, das Vertrauen in die US-Führung wieder herzustellen. In Krisenzeiten könnten die Vereinigten Staaten besonders gut abschneiden, indem sie Gutes tun.

 



Wie wird sich deiner Meinung die Welt nach der Krise von vor der Krise unterscheiden? Welche wirtschaftlichen Auswirkungen werden die jetzigen Beschränkungen zur Folge haben? Wie siehst du den wachsenden wirtschaftlichen und politischen Einfluss Chinas auf Europa und die USA? Freue mich wie immer auf eure zahlreichen Antworten und verbleibe bis zum nächsten Mal auf Facebook und hier in den Kommentaren!

 

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Weiterführende Links:

Titelbild: https://pixabay.com/de/illustrations/corona-usa-vereinigte-staaten-4990188/ (05.04.2020, 17:53) – Corona-Virus vor einer Flagge der Vereinigten Staaten der USA (Bild in Photoshop zugeschnitten).

 

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