Mundschutzmasken als wirksamer Schutz gegen das Coronavirus

Schon seit Wochen beherrschen die Schlagzeilen rund um das Coronavirus (SARS-CoV-2) die Tagesnachrichten. Und auch seit Kurzem ist klar: China liegt nicht mehr in so weiter Ferne, das Virus hat auch die Mitte Europas fest im Griff. Am Anfang als China-Grippe belächelt, steigt auch hier mit jedem neuen Ansteckungsfall beinahe stündlich die Unsicherheit. Besonders eine Frage steht im Mittelpunkt vieler Bürger: Wie kann ich mich effektiv schützen?

 

In Asien, dort sind besonders die Länder der Volksrepublik China und Südkorea betroffen, gehört der Mundschutz seit Wochen zum alltäglichen Straßenbild. In den letzten Tagen ist auch hierzulande die Nachfrage nach geeigneten Mundschutzmasken stark angestiegen. Vielerorts sind selbst Restbestände seit Tagen ausverkauft. Während bereits Millionen von chinesischen Bürgern nur mehr mit Maske das Haus verlassen und auch mithilfe dieser Präventionsmaßnahme das Virus bereits stark eingedämmt werden konnte, raten Experten hierzulande strickt davon ab!
Dies geht so weit, dass trotz massiv steigender Zahlen an Neuerkrankungen in den Nachbarländern vom persönlichen Schutz gar abgeraten wird.

„Persönlicher Schutz (gegen das Virus) ist im Augenblick vollkommen unsinnig“

Professor Dr. Bernd Salzberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI) vom Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

Unzureichende Information in den Medien

In Österreich und Deutschland wird in beinahe allen Medien berichtet, dass der hygienische Mundschutz vollkommen wirkungslos sei! Wohlgemerkt: Es wird dabei stets vom Mundschutz wie er von Zahnärzten und in Krankenhäusern in Verwendung ist, gesprochen. Gleichzeitig werden in Südkorea und China jeden Tag aktiv, Millionen von Mundschutzmasken verteilt – aber nicht die, sehr wohl wirkungslosen OP-Masken, sondern Filtermasken in den Kategorien FFP1, FFP2 oder FFP3. Und hier liegt der klare Unterschied – der alles entscheidende Unterschied! Denn natürlich genügt es nicht, sich ein beliebiges Tuch vor dem Mund und Nase zu halten.

 

Herkömmliche OP-Masken bieten keinen ausreichenden Schutz

Während herkömmliche OP-Masken weder von oben, noch von unten, oder der Seite dicht abschließen und alles andere als fest sitzen, sind die Mundschutzmasken der Kategorien FFP1 bis FFP3 wesentlich steifer im Material und liegen weitestgehend eng am Gesicht an. Das soll verhindern, dass die Maske durch einfache Mund- oder Kopfbewegungen verrutschen kann. Zusätzlich besitzen die meisten, nicht nur ein Gurtband, sondern zwei, damit der Mundschutz fest anliegen kann. Die Wölbung an den Nasenflügeln kann mit einer integrierten, sogenannten Nasenklammer an die Nasenform angepasst werden.
Diese Mundschutzmasken sind vielmehr als nur ein eng anliegendes Stück Stoff vor dem Gesicht, sondern ein spezielles Gewebe, dass im Gegensatz zu OP-Masken, das Virus effektiv abhalten kann und somit eine Infektion durch das Eindringen des Virus effektiv verhindert. Erschwerend kommt hinzu, dass sie wie jede Staubschutzmaske am besten nur einmalig verwendet wird, damit ein optimaler Schutz gewährleistet werden kann. Damit verbundene Produktionsengpässe lassen sich angesichts der momentanen Nachfrage nicht vermeiden.

 

Frau mit herkömmlicher OP-Maske
Herkömmliche OP-Masken bieten nur unzureichend Schutz vor dem neuartigen Coronavirus SARS CoV-2.

Mundschutzmasken in den Kategorien FFP1 bis FFP3

Auch wenn jeder von Grippemasken oder Coronamasken spricht, diese Mundschutzmasken finden normalerweise keine Verwendung in Krankenhäusern und werden daher auch nicht von Apotheken vertrieben. In Apotheken nach einer Mundschutzmaske zu fragen ist absolut nicht zielführend. Als bessere Anlaufstelle sind, neben dem Internet, die hiesigen Baumärkte – unter dem Verweis, dass auch in Baumarktketten wie Obi oder Hornbach diese Masken meist längst vergriffen sind. Diese Art von Mundschutz dient normalerweise nicht zur Abwehr vor Viren, sondern werden als effektiver Staubschutz bei Schleifarbeiten oder Lackierarbeiten verwendet. Und genau hier kommen die Unterschiede der verschiedenen Kategorien von FFP1 bis FFP3 zu tragen: Während von einem ausreichenden Schutz gegen das Corona-Virus bereits ab der niedrigsten Kategorie FFP1 ausgegangen werden kann, sind für Lackierarbeiten Atemschutzmasken in den Kategorien FFP2 oder besser FFP3 zu empfehlen, da durch das dichte Spezial-Gewebe, die Lungen vor den giftigen Dämpfen am besten geschützt werden können. Dies erklärt auch die Notwendigkeit einer eng anliegenden Maske.
Zusätzlich besitzen viele dieser Masken einen zusätzlichen Filter, der ebenfalls als Schutz vor den Corona-Viren zu empfehlen ist, aber zur Zeit besonders stark nachgefragt werden.

 

Mann mit Gesichtsmaske
Einzig Hygiene-Mundschutzmasken in den Kategorien FFP1 bis FFP3 bieten einen ausreichenden Schutz vor dem neuartigen Coronavirus.

Die Hürden der Gesetzgebung

Zusätzlich erschwert die aktuelle Gesetzeslage das Tragen von Mundschutzmasken in Österreich. Das Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz  (AGesVG), erlaubt es nicht im öffentlichen Raum das Gesicht zu verdecken. Dies betreffen hochgezogene Schals, Motorradhelme (wenn nicht am aktiven Straßenverkehr teilgenommen wird, müssen diese abgenommen werden), Vollverschleierungen und eben auch jegliche Form von Mundschutzmasken. Einzig Maskierungen zu bestimmten Festivitäten wie Karneval und Halloween sind erlaubt. Zum Schutz gegen das Corona-Virus wird stattdessen empfohlen, häufig die Hände zu waschen, Kontakt mit Tieren (auch Haustiere!) zu meiden, Abstand zu großen Menschenansammlungen zu halten und ansonsten Ruhe zu bewahren. Bislang beschränken sich Bemühungen der Regierung mit Beruhigung und dem Wiederholen von Standardfloskeln, die eben die Stärke des hiesigen Gesundheitssystems unterstreichen soll. Dabei sei gesagt: Auch Südkorea sah sich anfänglich bestens für den Ansturm an Neuerkrankten in den Krankenhäusern gewappnet, bei einem Gesundheitssystem, das als ebenbürtig mit unseren Einrichtungen verglichen werden kann.

Angesichts dieser Situation kann man nur hoffen, dass zumindest jetzt ein schnelles Umdenken erfolgt und endlich Lehren aus den Epidemien in China und Südkorea gezogen werden. Besonders China hat es eben vorgemacht, dass schnelles und radikales Handeln von Nöten ist.

 



Wie ist deine Meinung zur aktuellen Lage im Land? Wie wirst du dich vor einer Infektion Schützen und welche Maßnahmen sollte die Regierung und die Europäische Union als Wertegemeinschaft jetzt setzen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern? Freue mich wie immer auf eure zahlreichen Antworten und verbleibe bis zum nächsten Mal auf Facebook und hier in den Kommentaren!

 

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Weiterführende Links:

Titelbild: https://pixabay.com/de/illustrations/coronavirus-virus-mundschutz-4817450/ (25.02.2020, 23:14) – Frau in China trägt Mundschutz, danaben Symbol eines Viruspartikels (Bild in Photoshop zugeschnitten).

 

https://pixabay.com/de/photos/op-personal-mit-maske-3065143/ (25.02.2020, 23:44) – Ärztin mit OP-Gesichtsmaske.

https://media.hygi.eu/64184/image/import/64813_zoom_1.jpg?cache=66c4dcb38cdb36202a3600eb71fd49c7 (25.02.2020, 23:47) – Mann mit FFP3 Gesichtsmaske.

 

Wikipedia: Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz (AGesVG) (25.02.2020, 23:20) – Deutsch

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Rettung24h.blog
26. Februar 2020 20:34

In Asien bin ich der Meinung haben die Leute immer einen Mundschutz auf wenn Sie krank sind. Kann mich aber auch irren.

Rettung24h.blog
26. Februar 2020 20:43
Reply to  Da_Wolf

Das ist wohl wahr 😁. Aber die Leute informieren sich auch nicht an den richtigen Stellen sondern lieber über die Medien und ich will mal sagen meistens wird dort übertrieben. Bundesgesundheitsministerium wäre da ne gute Anlaufstelle.

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