MK-Ultra: Das Spiel mit der menschlichen Psyche

Keiner kann wissen, was ein anderer denkt? Niemand kann befehlen, was man zu denken hat? Während des kalten Krieges in den 1950er und 1960er Jahren herrschte in den USA die Sorge, dass die Sowjets mittels Foltertechniken an Geheiminformationen kommen könnten. Im Zuge des CIA-Projekts MK-Ultra wurden unschuldige Bürger benutzt um an ihnen mittels unmenschlicher Laborversuche die neuesten Methoden der Gehirnwäsche zu testen. Dafür war jedes Mittel recht – Folter, Amnesie bis hin zu Mord an der eigenen Bevölkerung.

 

Nicht nur das US-amerikanische Weltraumprogramm hat seinen Ursprung in Deutschland und wurde nach Ende des 2. Weltkrieges unter fragwürdigen Umständen in die USA exportiert, sondern ebenso die systematischen Menschenversuche der deutschen Konzentrationslager. Während der Befreiung des KZ Dachau berichteten Überlebende von Experimenten der Bewusstseinssteuerung mittels Krankheitserregern (Malaria, Pest…) und Chemikalien wie Phenol und Chloriden. Einer der dort tätigen Ärzte war ein gewisser Dr. Green, der nach der Befreiung Nazi Deutschlands infolge der Geheimoperation mit dem Decknamen „Projekt Paperclip“ gemeinsam mit weiteren 126 Forschern in die USA geschleust wurde. Aufgebaut auf den Forschungsergebnissen der Nazis wurde dort das Projekt Artischocke, das später in das Projekt MK-Ultra mündete,  aus der Taufe gehoben. Unter dem Namen „Operation Dustwind“ wurde die nationalsozialistische Elite auf Schloss Kransberg bei Frankfurt verhört und trotz der erdrückenden Beweislast nicht verurteilt. Einer dieser nationalsozialistischen Ärzte war Kurt Blome, der trotz seiner unmenschlichen Verbrechen und dem Bekenntnis zu Adolf Hitler nicht belangt wurde und ab 1951 für die CIA arbeitete.

Project Paperclip
Die Gedanken sind frei: Mit Beginn der Mind-Control Experimente durch ehemalige KZ-Wissenschaftler, gehörte auch diese Freiheit der Vergangenheit an.

Nach der Niederlage Nazi-Deutschlands begann man unter US-amerikanischer Führung in Japan, der Bundesrepublik Deutschland sowie in der Panamakanalzone Geheimgefängnisse zu errichten. Die Lager beherbergten in erster Linie Doppelagenten, die Geheimnisse an den sowjetischen Feind weitergegeben hatten. In den dortigen Verhörungsräumen, wurden laut Augenzeugenberichten die damals bekannten Verhörmethoden aus den deutschen KZs an den dortigen Gefängnisinsassen angewendet und weiterentwickelt.

Im kalten Krieg versuchte man mit allen Mitteln den Feind zu schwächen. Waffen waren schon lange nicht mehr genug. Der Koreakonflikt als erster Stellvertreterkrieg dauerte von 1950 – 1953. Nach der Befreiung der im Norden Koreas gefangenen US-Soldaten und dem Wiedersehen mit Verwandten, währte die Freude nur kurz. Sie wurden infolge der nordkoreanischen Gefangenschaft einer Gehirnmanipulation unterzogen, klagten nach ihrer Rückkehr ihr eigenes Land an und verleugneten die US-Staatsbürgerschaftszugehörigkeit. Das alarmierte die US-Geheimdienste. Die Soldaten wurden mit den damalig üblichen Mitteln wie Drogen und Medikamenten behandelt, bis sie ihre Anschuldigungen gegen die Führung des eigenen Landes widerriefen. Um den Feind immer einen Schritt voraus zu sein, mussten die eigenen vorhandenen Mittel zur Gehirnwäsche verfeinert werden. Auf Befehl des damaligen CIA-Direktors Allen Dulles wurde das Nachfolgeprojekt MK-Ultra gestartet. Dulles war als Hardliner bekannt, der selbst politische Morde als mögliches Mittel zum Zweck sah. So plante er den Staatschef Joseph Stalin während eines Parisbesuchs zu liquiditieren. Als neuer CIA-Direktor befahl Dulles verdeckte Mordanschläge unter anderen an Fidel Castro, Patrice Lumumba und Rafael Trujillo. Selbst ein Attentat auf den chinesischen Premierminister hatte er in Betracht bezogen. Als Leiter des Geheim-Projektes MK-Ultra setzte Dulles den Militärpsychiater und Chemiker Sidney Gottlieb ein. Er unterstützte die Umstrittenen, in der MK-Ultra Forschung maßgeblich beteiligten Personen Ewen Cameron und Harris Isbell mit mehr als 60.000 Dollar. Während der von CIA ausgeführten, und von Präsidenten Eisenhover genehmigten Operation Mongoose kam er auf die Idee, Fidel Castro mit LSD und Castros Studio mit Thallium zu verseuchen, damit unter anderem sein Barthaar ausfallen würde. Er hatte auch die Idee, ihn unter anderem mittels vergifteter Zigarren oder Füllfederhalter zu ermorden. Weitaus weniger bekannt sind dafür Gottliebs Bewusstseinskontroll-Experimente, die er im Zuge des CIA-Phoenix-Programms in einem vietnamesischen Gefängnis bei Saigon an NLF-Verdächtigen durchführte.

Besonders ab 1950, dem Beginn der „Mind-Control“ Experimente wurde LSD als bewusstseinsverändernde Droge eingesetzt. Laut der New York Times wurden alleine für Versuche mit LSD bis zu 10.000 Menschen missbraucht. Dies brach klar die Vereinbarungen des Nürnberger-Codes, der als Richtlinie für medizinische Menschenversuche im Zuge der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse vereinbart wurde. Die Tausenden zu gehirnlose Zombies mutierten Opfer hatten Im Zuge der Experimente ihre Erinnerungen verloren, wussten  ihren eigenen Namen nicht mehr und konnten oftmals nicht einmal alleine auf die Toilette gehen. Mehreren Heroin-Abhängigen wurde über eine längere Zeit LSD verabreicht, im Versprechen Heroin als Gegenleistung zu anzubieten. Der hohe LSD Konsum der MK-Ultra Experimente führte zu einem regen Handel zwischen der Drogenmafia und der CIA.

Bis in die 60er Jahre wurden die Drogenexperimente ausgeführt aber danach eingestellt, da die Erkenntnisse aufgrund der unterschiedlichen Reaktionen der Patienten, keine genauen Aussagen zuließen. Zu diesem Zeitpunkt trugen bereits tausende Opfer irreparable psychische Schäden davon oder bezahlten gar mit dem eigenen Leben.

Aber warum nahm man Zivilisten? Laut Aussage des Buchautors Dr. Colin Ross wollte man bei den Experimenten möglichst reale Bedingungen schaffen. Zivilisten hatten keine Verbindung zum Projekt und somit konnte man authentische Reaktionen einer normalen Person unter normalen Umständen erhalten. Hinzu kommt, dass man ihnen ihrer Geschichte über Mind-Control Experimente, veranlasst durch die eigene Regierung, erst einmal Glauben schenken musste und stellten somit ein perfektes Schutzschild für die Hintermänner der Experimente dar. Denn: Wer glaubt schon einem Irren?

Ewen Cameron
Dr. Ewen Cameron.

Diesen Umstand dürfte sich wohl auch der Psychologe Dr. Donald Ewen Cameron zu Nutze gemacht haben. Er war bereits als Gutachter bei den Nürnberger Prozessen dabei und federführend bei der Idee, an den deutschen Experimenten weiterzuforschen. Besonders sein Name taucht in den vorhandenen MK-Ultra Dokumenten immer wieder auf. Noch bevor die CIA auf den berühmten Psychiater Cameron aufmerksam wurde, begann dieser selbst mit seinen Experimenten zur Gedankensteuerung in den USA sowie in Kanada. Dabei schaffte er es unter anderen mittels Elektroschockbehandlungen von bis zu sechs Joule innerhalb von wenigen Monaten das gesamte Gedächtnis der Opfer zu löschen. Diese Fähigkeit machte ihn natürlich für die perfiden Pläne der CIA interessant. Die beteiligten Psychologen, Ärzte und Therapeuten sahen ihre wehrlosen Patienten nicht als Menschen, sondern deren Gehirn als ergiebiges Forschungsobjekt an. Insgesamt waren 84 der in den USA führenden Universitäten, Krankenhäuser und Forschungszentren direkt oder indirekt an MK-Ultra beteiligt. Ewen Cameron kannte keine persönlichen Grenzen. Sein Ziel war es, psychisch kranke Menschen durch eine künstlich herbeigeführte Amnesie neu zu programmieren und somit von deren Leiden zu befreien. Er war davon überzeugt, durch die Kombination von verabreichten Amphetaminen und Elektroschocks die Patienten von ihren Psychosen befreien zu können.

„MK Ultra war ein Geheimdienstprogramm der CIA um zu erforschen wie Denkprozesse beim Menschen verlaufen. Wie sich Menschen unter dem Einfluss von psychologischer, elektronischer und chemischer Manipulation verhalten. Ziel war es den Menschen zu manipulieren und zu steuern. So stand es in den Dokumenten!“

– Prof. Alan W. Scheflin (Juraprofessor der Santa Clara Universität)

Da in den 1960er Jahren die genaue Dosierung der Elektroschocks zur schwer zu steuern war, begann man auf die „Sensorische Deprivation“ umzusteigen. Diese bis heute in Verwendung stehende Art der Folter bedeutet beim Probanden den Entzug aller Sinneswahrnehmungen: Nichts sehen, nichts hören, nichts riechen!

Ein diesbezüglich besonders gut dokumentierter Fall ist der von Mary C. Die 52-jährige Hausfrau litt seit ihren Wechseljahren an Depressionen. Zur Behandlung sperrte sie der Arzt Cameron für fünf Wochen in einen ausgebauten Garagentrakt! Ihre Proteste ignorierte er. Sie erlebte die wohl heftigste Form der Deprivationsfolter. Zuerst wurden ihre Arme umwickelt um nichts anfassen zu können und sogar keinen eigenen Körperkontakt mehr zu haben. Wer sich wochenlang nicht einmal sich selbst berühren kann, verliert das Gefühl des eigenen Ich – vor allem beim Verlust von weiteren Sinneswahrnehmungen. Im nächsten Schritt wurden ihre Ohren verschlossen, um das Gefühl für den Raum zu verlieren. Dies wurde durch das abdunkeln der Augen mit einer Brille nochmals verstärkt. Besonders in ihrer Akte kann man besonders genau nachvollziehen, wie ein Mensch Schritt für Schritt seine Identität verliert. Zuerst dämmerte sie vor sich hin. Nach fünf bis sechs Stunden wurde sie begriffsstutzig und unfähig einen klaren Gedanken zu fassen. Das menschliche Gehirn verträgt es gerade einmal ein bis höchstens zwei Tage ohne Reize auszukommen. Danach beginnt es von selbst Töne und Bilder zu erzeugen. Das Gehirn beginnt zu halluzinieren. Die Person verliert das Zeitgefühl, die Orientierung und jegliches Gefühl für Raum und Geist. Infolge der ununterbrochenen Panikattacken kann sich bereits nach vier bis fünf Tagen das eigene Ich auflösen.

MK-Ultra Opfer
Opfer der sensorischen Deprivationsfolter.

Der Ich-Verlust ist die Grund- voraussetzung eines Mandschurischen Kandidaten. Der Körper gibt auf und gibt sich der Situation hin! Nach mehrwöchigem Sinnesentzug hatten Patienten wie Mary C. tatsächlich ihre Depressionen überwunden, aber gleichzeitig das eigene Ich, das den Menschen und die Persönlichkeit ausmacht, verloren. Dies führte teilweise soweit, dass die Opfer sogar das Gehen neu erlernen mussten. Sie wurden zu Menschen auf dem geistigen Stand von Kleinkindern, unfähig in der Gesellschaft zurechtzukommen. Einige Testpersonen wurden bis an ihr Lebensende in Einrichtungen für hoffnungslose Fälle von Geisteskrankheiten untergebracht. Schätzungen zufolge geht man letztlich von tausenden Opfern aus. Sie leiden unter Angst und sind psychisch stark geschädigt.

Kinder Versuche
Auch Kinder wurden zu Opfern.

Mit der alleinigen Zerstörung der Psyche wollte sich die CIA nicht zufriedenstellen. Sie wollten noch einen Schritt weitergehen und den perfekten Spion, den perfekten Killer schaffen. Es war das erklärte Ziel eine perfekte, steuerbare Persönlichkeit zu schaffen. Einen Mandschurischen Kandidaten! Eine Person die für jeden Einsatz, egal wie gefährlich, einsatzfähig ist. Dem Probanden werden seine eigenen Erinnerungen gelöscht und neue künstliche Erinnerungen eingepflanzt. Ein menschlicher Roboter, der für die Regierung arbeitet, ohne es zu wissen.  Um diese Ziel der absoluten Kontrolle über eine Person zu erreichen, verfügte das MK-Ultra Programm bis zu 149 Unterprogramme von denen 14 sicher Menschenversuche waren, sechs Projektversuche, die an unwissenden Personen statt- fanden sowie 19 weitere mit eventuellen Versuchen an Menschen.

1973 wurden über 90% aller MK-Ultra Dokumente im Namen der nationalen Sicherheit zerstört, da diese wie sonst üblich nach 30 Jahren veröffentlicht werden. Trotz der vergleichbar geringen Anzahl an verbleibenden Dokumenten konnte zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass das große Ziel von MK-Ultra in den Grundzügen erreicht wurde. Mandschurische Kandidaten wurden nicht nur erschaffen, sondern kamen wohl in gewisser Art und Weise in verschiedenen Operationen zum Einsatz. Trotzdem machen nicht wenige einflussreiche Personen immer wieder darauf aufmerksam, dass die Medien bewusst auf die Geschichte rund um den mandschurischen Kandidaten gelenkt wurden, um vom eigentlich Ziel, der Suche nach der perfekten Folter- und Verhörmethode abzulenken.

Besonders ein Dokument aus dem Jahre 1955 verdeutlicht die ausgeschriebenen Hauptziele der MK-Ultra Experimente am deutlichsten:

  1. Erforschung von Substanzen die unlogische Reaktionen und Impulsivität hervorrufen, die der Person in der Öffentlichkeit schaden.
  2. Mittel, die die Konzentration und Wahrnehmung steigern
  3. Mittel um Personen schneller bzw. langsamer altern zu lassen
  4. Mittel, die die berauschende Wirkung von Alkohol steigern
  5. Mittel um die Symptome bestimmter Krankheiten zu erzeugen, um diese in einer umkehrbaren Weise fälschlich vorzutäuschen
  6. Mittel die einen zeitweisen/permanenten Gedächtnisverlust erzeugen
  7. Substanzen die es ermöglichen Folter, Nötigung und Entbehrungen zu widerstehen
  8. Möglichkeiten zu erforschen, um Gedächtnisverlust von während der Einnahme einer Substanz bzw. vorangeganger Ereignisse zu erzeugen
  9. Erzeugung von Substanzen, die eine Blasenbildung der Haut hervorrufen
MK-Ultra Dokument
Ausschnitt aus einem der veröffentlichten MK-Ultra Dokumenten.

Trotz aller „Erfolge“ das Gehirn zu löschen, gab es noch eine Frage zu klären: Wie schafft man es, ein neues Ich einzupflanzen. Ein mandschurischer Kandidat ist nur einsatzfähig, wenn er im Unterbewusstsein seinen neu programmierten Einsatzbefehl im richtigen Moment, mit dem richtigen Code (Stichwort) ausführen kann. Dafür entwickelte Cameron das „Psychich Driving“. Nach der Behandlung mit Elektroschocks und Drogen ließ er die Patienten ununterbrochen mit Botschaften vom Band berieseln, bis sich diese tief ins Unterbewusstsein gebrannt haben.

Eine besonders erfolgreiche Behandlung erzielte man 1968 mit der Patientin Virginia. Sie war ursprünglich auf ihren Mann krankhaft eifersüchtig und wollte kaum Sex mit ihm haben. Nach zehn Ehejahren schien eine Scheidung unumgänglich. Um aus ihr eine lustvolle und ausgeglichene Person zu machen, erfolgte die Behandlung in zwei Schritten. Zuerst sollte sie sich an ihre Wutanfälle erinnern. Sobald sie diese aussprach, versuchte man diese Erinnerung mittels Elektroschock auszulöschen. Danach folgte das Psychich Driving, indem ihr Ehemann die vorher definierten und aufgeschriebenen Wunscheigenschaften laut vorlas. Innerhalb von sieben Sitzungen wurde aus Virginia eine gänzlich unterwürfige Molly, die sich sogar noch Jahre nach der Behandlung an ihr früheres Ich nicht erinnern konnte.

Die CIA machte vor nichts Halt um ihre Ziele zu erreichen – selbst vor Mord an der eigenen Zivilbevölkerung. Als der 42-jährige Tennisspieler Harold Blauer 1952 wegen Depressionen nach seiner Scheidung das New York Psychiatric Institute aufsuchte, stellte er aus Sicht der Ärzte die ideale Testperson eines Mandschurischen Kandidaten dar. Er war gut durchtrainiert und somit aus körperlicher Sicht als sogenannter Schläfer bestens geeignet. Was er nicht wusste: Die Klinik war eines der führenden Institute, bezog Fördergelder von der CIA und stellte ein wichtiges Forschungszentrum für die Operation Artischocke – dem Vorgänger von MK-Ultra, dar. Die Aufgabe der Ärzte bestand darin, eine Chemikalie zu finden, um die Persönlichkeit zu brechen. Blauer verließ das Institut nicht mehr lebend! Sein Todeskampf wurde von den anwesenden Ärzten genauestens aufgezeichnet, anstatt das Experiment abzubrechen. Diese Aufzeichnungen existieren bis in die heutige Zeit. Einer dieser Ärzte, der diesem Experiment und dem Tod des Kandidaten beiwohnte war der Biochemiker Dr. Frank Rudolph Olson. er arbeitete für das Militär unter anderem an dem Kampfstoff Anthrax. Obwohl er mit tödlichen Kampfstoffen sein Geld verdiente, war er privat ein liebevoller Familienvater, Lebemann und kontaktfreudige Person, der auch gerne einmal direkt seine Meinung kundtat. Aufgrund seiner emotionalen Art stufte ihn die CIA als Risikoperson ein. Trotz der darauf folgenden Überwachung, bekam er 1950 einen Diplomatenpass, wurde CIA Mitglied und wohnte bereits kurze Zeit später MK-Ultra Experimenten, wie die des Tennisspielers Harold Blauer bei. Dokumente belegen, dass vom Geheimdienst bereitgestellten Forschungsgelder nicht nur an die Institute selbst flossen, sondern an ausgewählte Ärzte direkt. Sozusagen als Motivation schnellstmöglich eine manipulative Superdroge zu finden. 1952 kam Harold Blauer aufgrund einer tödlichen Injektion mit darauf folgenden Kreislaufkollaps und Herzversagen zu Tode – nur wenige Monate vor dem mysteriösen Tod des Arztes Dr. Olson selbst!

Olsen Reisepass
Reisepass von Dr. Frank Rudolph Olson. CIA-Mitglied und Mind-Control Opfer.

1953 wurde Olson auf geheime Mission nach Deutschland, Frankreich und Italien geschickt. Bei seiner Rückkehr in die USA war er nicht mehr dieselbe Person. Zuhause angekommen vertraute er sich seiner Frau an und erzählt von furchtbaren Erlebnissen und über seine Zweifel, ob er denn das richtige mache. Im westlich geprägten Teil Deutschlands wurde er in einem der, unter dem Codewort Operation Artischocke laufenden Geheimgefängnisse Zeuge eines Mordes, als ein Gefangener durch die CIA mit harten Mind-Control-Techniken verhört wurde. Dies erschütterte ihn zutiefst, dass er sogar den Gedanken fasste aus der CIA wieder auszusteigen. Noch zuvor vertraute er sich mit seinen Sorgen einem CIA-Psychologen an – sein wohl größter Fehler! Der CIA-Arzt gibt Olsons Bedenken und Wunsch den Dienst zu quittieren der CIA-Führung weiter und nur wenige Tage später kam es zu einem Geheimtreffen in Oakland. Dort wurde die Mind-Control Technik an ihm selbst angewandt – in Form einer Wahrheitsdroge im Getränk. Nur zwei Tage später flog er mit einem Kollegen nach New York. Am 28. November starb er unter mysteriösen Umständen beim Sturz aus dem 13. Stockwerk des Hotels „Pennsylvania“. Angeblich Selbstmord. Trotz aller Aufdeckungen der letzten Jahrzehnte, ist sein Tot bis heute nicht endgültig geklärt.

Viele können sich sogar vorstellen, dass ein Mann als mandschurischer Kandidat in die Geschichtsbücher eingehen könnte. Kurz nachdem Robert F. Kennedy am 5. Juni ermordet wurde, verhaftete man den palästinensischen Einwanderer Sirhan Sirhan. Obwohl man neben der Tatwaffe auch noch mehrere Hinweise auf ein mögliches Mordmotiv fand – darunter ein Schriftstück mit einer eindeutigen Morddrohung, gibt es nach wie vor viele Verschwörungtheoretiker, die fest daran glauben, Sirhan Sirhan hätte nicht aus freien Willen gehandelt. Ihm soll angeblich der Satz „Kennedy muss vor dem 5. Juni sterben“ mittels Mind-Control-Techniken ins Gehirn gebrannt worden sein. Diesen Satz hatte er wieder und wieder in seinem Tagebuch geschrieben. Ein mandschurischer Kandidat als Attentäter? Sirhan Sirhan sitzt bis heute im Gefängnis, nachdem seine Todesstrafe in eine lebenslange Haft umgewandelt wurde.

Robertt Kennedy
Robert F. Kennedy nachdem er erschossen wurde. War der Schütze ein mandschurischer Kandidat?

Nach dem Vietnamkrieg gab es in den USA einen politischen Wandel. Die US-amerikanische Bevölkerung machte sich zum ersten Mal Gedanken, ob ihre Regierung tatsächlich immer Recht hätte, die richtigen Entscheidungen treffen würde und ob man Ihr vertrauen kann. Das erleichterte es den infolge von MK-Ultra gepeinigten und unterdrückten Menschen, sich zu öffnen und von den Erlebnissen zu erzählen.

Als Mitte der 70er Jahre mehrere Vorfälle von staatlich angeordneter Folter öffentlich wurden, beschäftigten sich mehrere Untersuchungskommissionen des US-Kongresses mit illegalen Aktivitäten mehrerer Geheimdienste, sowie des FBI im In- und Ausland. Besondere Bekanntheit erlangte ein als „Church Committee“ bezeichneter Untersuchungsausschuss, dessen Arbeit durch die systematische Vernichtung beinahe aller CIA-Akten zum Projekt MK-Ultra unter Weisung von  CIA-Direktor Richard Helms im Jahr 1973, stark erschwert wurde. Helms war bis zu seiner Berufung zum CIA-Direktor der Hauptverantwortliche für das MK-Ultra Programm, sowie in den frühen 1970er Jahren an CIA Operationen in Chile verwickelt. Da die Rückverfolgung seiner ungefähr 150 verschiedenen Forschungsprojekten nicht mehr möglich war, stützten sich die offiziellen Untersuchungen der Mind-Control Versuche auf die verbliebenen Akten, die dennoch die Strukturen und die Reichweite gut verdeutlichten. Es gab mehrere offizielle Untersuchungen in den USA. 1975 untersuchte die von Präsident Gerald Ford eingesetzte „Rockefeller-Kommission“ die Vorgänge unter MK-Ultra. Dies führte zur Aufdeckung der Olson Affäre. Im Jahr 1977 befasste sich das Church Committee mit den Vorgängen um MK-Ultra, in dessen Ausschuss der Senator Edward Kennedy eine entscheidende Rolle spielte.

Der Deputy Director der CIA gab an, dass über 30 Universitäten und Institutionen an »intensiven Test- und Forschungsprogrammen« beteiligt waren, die Drogenversuche an unwissenden Menschen »aller sozialen Schichten, aus den USA und anderen Ländern« umfassten. Zahlreiche Tests umfassten die Gabe von LSD an »unwissende Personen in Alltagssituationen«. Mindestens ein Todesfall, der von Frank Olson, war eine Folge der Experimente. Die Behörde gab selbst zu, dass die Tests kaum einen wissenschaftlichen Sinn hatten. Die zur Aufsicht der Experimente eingesetzten Agenten hatten keinerlei wissenschaftliche Qualifikation.

– Edward Kennedy

Im Zuge der Untersuchungen der Rockefeller Kommission kam zu Tage, dass Olson vor seinem angeblichen Suizid unter Einfluss der Droge LSD gestanden habe, dass ihm von der CIA als unfreiwillige wissenschaftliche Testperson unwissentlich verabreicht wurde. Daraufhin plante seine Familie die CIA zu verklagen, da sie den Verdacht hegten, man habe sie 22 Jahre lang über das wahre Schicksal Olsons belogen. Gerald Ford versuchte die Angelegenheit mittels einer Zahlung von 750.000 Dollar an die Witwe, sowie einer Entschuldigung durch den Präsidenten rasch beizulegen, um einen gerichtlichen Prozess und dem Bekanntwerden geheimer MK-Ultra Akten zu verhindern. Die Witwe von Olson bekam vom damaligen CIA-Direktor William Egan Colby eine Reihe von Dokumenten ausgehändigt, die die Selbstmordtheorie unter Drogeneinfluss stützen sollten. An der Vorbereitung dieser schnellen Lösung waren der damalige Stabschef des Weißen Hauses, Dick Cheney und der Verteidigungsminister Donald Rumsfeld maßgeblich beteiligt. Olsons Sohn ließ darauf den Leichnam seines Vaters exhumieren, wobei man auf schwere Kopfverletzungen die vor dem Sturz zugefügt worden sind, stieß. Daraufhin eröffnete der Bezirksstaatsanwalt von Manhattan, Stephen Saracco ein Vermittlungsverfahren, das von der CIA und dem US-Justizministerium gezielt blockiert wurde. Nach mehreren Monaten erkämpfte sich Stephan Saracco das Recht mehrere Zeugen durch eine Grand Jury zu vernehmen. Unter anderem plante er den damaligen CIA-Direktor William Colby vorzuladen. Dieser jedoch starb nach Bekanntwerden seiner Vorladung während eines Ausfluges mit einem Kanu. Infolge der Ermittlung fand man sein Haus in einem Zustand vor, der auf eine eilige Flucht hindeutete. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten hatte er beim Unfall keine Schwimmweste getragen und seiner Frau nichts vom Ausflug erzählt. Nach achtjähriger Ermittlungsdauer wurde das Verfahren ohne Ergebnis eingestellt. Von vielen Seiten wurde die Vermutung geäußert, dass Olson wohl ein Risiko darstellte und  deshalb ermordet wurde. Es wurde auch spekuliert, ob er womöglich vom Kampfeinsatz chemischer Waffen, an deren Entwicklung er ebenfalls beteiligt war, gewusst habe. Der chinesische Premierminister Zhou Enlai beschuldigte die USA des Einsatzes chemischer Kampfstoffe während des Koreakrieges. Ein Vorwurf der bis heute dementiert wird.

Dass Teile der US-amerikanischen Regierung tatsächlich an Mind-Control Experimenten teilnahm ist nicht nur erwiesen, sondern letztlich auch vom obersten Gerichtshof und der CIA bestätigt worden. Außerdem untersuchte der Kongress die Mind-Control Experimente einschließlich MK-Ultra. Es ist Fakt und kein Mythos! In Angesicht der Opferanzahlen gab es zwar so etwas wie eine gewisse Entschuldigung, aber eine Entschädigung für die Opfer gab es nie.

Guantanamo-Bay
Erkenntnisse aus den MK-Ultra Experimenten werden bis heute angewandt.

Im Gegensatz zu den USA wurden in Kanada erst 1984 Details zu MK-Ultra Versuchen bekannt. Noch nach Bekanntwerden der Experimente in den USA, stellte die kanadische Regierung weitere 500.000 Dollar zu Forschungszwecken von MK-Ultra in ihrem eigenen Land bereit. Jeder der 127 Opfer bekam jeweils 100.000 Dollar Entschädigung zugesprochen. Alle Aufzeichnungen die infolge Dr. Camerons Tätigkeiten in Kanada entstanden, wurden nach seinem Tod von seinen Verwandten vernichtet.

1963 wurden die wichtigsten Erkenntnisse und wirkungsvollsten Foltermethoden in einem CIA-Handbuch zusammengefasst. Man weiß heute, dass den Soldaten im Irak- und Afghanistankrieg einzelne Auszüge aus dem Handbuch mitgegeben wurden und bis heute zum Einsatz kommen – belegbar durch Bilder aus Guantanamo.

Für ähnliche Taten wurden die Nazis infolge der Nürnberger Prozess verurteilt und anschließend gehängt. Verbrechen ähnlicher Grausamkeit machten das Nazi-Regime zum unmenschlichen Satanen. Wo ist der Unterschied zu den deutschen KZs, wenn Kriegsverbrecher in die USA ausgeliefert wurden, um dort im geschützten Umfeld ihre menschenverachtenden Experimente fortzusetzen? Wie sollten in Zukunft auf menschliche Art und Weise Medikamente erforscht und getestet werden? Ist Forschung ohne Menschenopfer überhaupt machbar? Gehören Mind-Control Experimente tatsächlich der Vergangenheit an, oder werden die Versuche weiterhin fortgeführt? Unter welchen Methoden ist dies vorstellbar?  Lasst  mich an eurer Meinung teilhaben und schreibt sie in die Kommentare!


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Weiterführende Links:

Wikipedia-Artikel zur „Operation Artischocke“ (07.02.2016, 22:16) – Deutsch

Wikipedia-Artikel zum Projekt „MKULTRA“ (07.02.2016, 22:21) – Deutsch

Wikipedia-Artikel zu Richard Helms (07.02.2016, 22:23) – Deutsch

Wikipedia-Artikel zu Allen Welsh Dulles (07.02.2016, 22:26) -Deutsch

Wikipedia-Artikel zu Sidney Gottlieb (07.02.2016, 22:28) – Deutsch

Wikipedia-Artikel zu Project MKUltra (07.02.2016, 22:30) – Englisch

„Wikia“ zu Verschwöhrungstheorien um MK-Ultra (07.02.2016, 22:31) – Deutsch

NP Neopresse: MK-Ultra – Diese Verschwöhrungstheorien stellten sich als wahr heraus (07.02.2016, 22:35) – Deutsch

RationalWiki zu MKULTRA (07.02.2016, 22:37) – Deutsch

Listverse.com – 10 Real Victims Of CIA’S MKULTRA Program (07.02.2016, 22:42) – Englisch, Youtube

Movieplot: Hintergründe zu MK-Ultra; Filme rund um MK-Ultra (07.02.2016, 22:44) – Deutsch

Wired.com:  April 13, 1953: CIA OKs MK-Ultra Mind-Control Tests (07.02.2016, 22:48) – Englisch

Der Spiegel online: Unethisch, unorthodox, illegal) (07.02.2016, 22:50) – Deutsch

Youtube-Video: Welt Der Wunder – MKULTRA-Geheimnis entlarvt (07.02.2016, 22:55) – Deutsch, Youtube

Ritual Abuse Pages: CIA, mind control, Nazis, mk-ultra, ritual abuse information (07.02.2016, 22:57) – Englisch

Henry Makow.com: MK-Ultra Victim Claims Tortured by Mengele“ (07.02.2016, 23:00) – Englisch

Wikipedia-Artikel zu Harold Blauer (07.02.2016, 23:01) – Englisch

Wikipedia-Artikel zu Frank Olson (07.02.2016, 23:03) – Englisch

Wikipedia-Artikel zur „Sensorischen Deprivation“ (07.02.2016, 23:05) – Deutsch

Wikipedia-Artikel zu Robert F. Kennedy (07.02.2016, 23:07) – Deutsch

Die Presse Artikel: Als die CIA Bürger zu Versuchskanninchen machte (07.02.2016, 23:09) – Deutsch

 

Quellenangaben:

Titelbild: http://www.neopresse.com/politik/mkultra-nsa-gesteuerter-putsch-diese-verschwoerungstheorien-stellten-sich-als-wahr-heraus/ (07.02.2016, 23:13) – MK-Ultra Gehirn

 

http://unexplainedmysteries.org/post/108668261551/operation-paperclip-conspiracy-dark-side-of-the (07.02.2016, 23:15) – Operation Paperclip

https://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Ewen_Cameron#/media/File:Donald_Ewen_Cameron_canmedaj01237-0046-a.jpg (07.02.2016, 23:17) – Abbildung von Dr. Donald Ewen Cameron

http://www.abeldanger.net/2014/04/leonard-cohen-and-mkultra-military-mind.html (07.02.2016, 23:19) – Mind-Control 101

https://criticomblog.wordpress.com/category/mkultra/ (07.02.2016, 23:23) – Menschenversuche an Kindern

https://de.wikipedia.org/wiki/MKULTRA#/media/File:Mkultra-lsd-doc.jpg (07.02.2016, 23:25) – Ausschnitt aus den MK-Ultra Protokollen

http://www.wired.com/2010/04/0413mk-ultra-authorized/ (07.02.2016, 23:27) – Reisepass von Dr. Frank Rudolph Olson

http://en.tengrinews.kz/people/Photographer-who-captured-Robert-Kennedy-assassination-dies-23093/ (07.02.2016, 23:29) – Robert F. Kennedy nach den tödlichen Schüssen

http://www.tagesspiegel.de/politik/gewalt-in-guantnamo-zur-folter-benoetigt-man-immer-einen-arzt/1492358.html (07.02.2016, 23:31) – Häftlinge in Guantanamo

 

53 Gedanken zu „MK-Ultra: Das Spiel mit der menschlichen Psyche

  • 8. Februar 2016 um 14:51
    Permalink

    Ich bin immer wieder fasziniert und begeistert, was heutzutage in der neurologischen Forschung geleistet wird. Aber gerade das gibt am Missbrauch dieser Techniken Interessierten immer effizientere Mittel an die Hand. Einfach traurig, dass fast jeder wissenschaftliche Fortschritt diesen schalen (nun mal recht untertrieben ausgedrückt) Beigeschmack hat, denn wie ich die menschliche Natur so kenne werden Experimente wie diese noch recht lange nicht der Vergangenheit angehören und mit etwas Fantasie lässt sich alles missbrauchen, um Menschen zu schaden.

    Antwort
    • 8. Februar 2016 um 23:49
      Permalink

      Hätten die Nazis wie Forscher heutztage jedes kleinste Mittelchen zuerst an Mäusen, Hunden etc. testen müssen, wären viele Krankheiten noch immer unheilbar. Nur im gesetzesfreien Raum schaffe ich es, gewisse Forschungen überhaupt betreiben zu können. Erst gestern wurden wieder Folterbilder aus den Us-amerikanischen Gefängnissen im Irak und Afghanistan veröffentlicht. Die Experimente gehen weiter, aber mitlerweile tatsächlich (fast) nur noch im Ausland… aber wer weiß das schon so genau. Vielleicht liegt ja die Zukunft in Syrien…

      Hier der Link:
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/folterfotos-des-us-militaers-veroeffentlicht-a-1075991.html

      Antwort
      • 9. Februar 2016 um 9:50
        Permalink

        Das ist natürlich auch ein Aspekt, noch dazu ein sehr sehr kniffliger, die Versuche sind mit dem eigenen Moralempfinden nicht zu vereinbaren, die Vorzüge genießen wir aber schon.
        Der Artikel überrascht mich leider gar nicht…

        Antwort
        • 9. Februar 2016 um 10:03
          Permalink

          Für die USA und allen anderen Staaten die eventuell daran beteiligt sind, macht sich die Ausgliederung der Menschenrechtsverletzungen sicherlich bezahlbar. So entgeht man der nationalen Kritik und der amerikanismus im In- und Ausland kann weitergeführt werden. So gesehen war Wikileaks ein echt gewaltiger Imageschaden. Denn offiziel oder nicht, die Praktiken der USA, aber auch der BRD kann man leider nicht abschalten. Wir lernen aber auch irgendwie damit umzugehen. Auf der einen Seite sind wir nach wie vor Stolz auf unseren Staat, andererseits akzeptieren wir Praktiken rund um TTIP oder Bespitzelung … Den Widerstand gibt es, die Akzeptanz als Selbstschutz nimmt aber gleichzeitig zu

          Antwort
          • 11. Februar 2016 um 0:53
            Permalink

            Das liegt, einerseits zum Glück (die Welt wär sonst wirklich nicht auszuhalten und permanente Reizüberflutung sowieso die Folge), andererseits leider, in der Natur des Menschen. So gesehen auch cleverer, das nicht sozusagen vor der eigenen Haustür zu machen, sondern ins „weiter weg“ auszulagern. Klar wächst da eher das Gefühl, wenns rauskommt, dass man dagehen wenig tun kann, Akzeptanz ist eine durchaus logische Konsequenz bei Dingen, denen gegenüber man sich machtlos fühlt. Und ganz nebenbei ist natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass es rauskommt, geringer.

          • 11. Februar 2016 um 10:19
            Permalink

            Mit der Entfernung des Ortes des Verbrechens und der Unsicherheit der rechtsstaatlichen Lage vor Ort, wird eine potentielle Aufklärung von etwaigen Verbrechen erschwert. Es liegt aber wie auch du sagtest, sehr viel am Menschen selbst. Hundert Tote in Aleppo schockieren uns weniger als die zehn Toten beim Zugunglück in Bayern. Wir haben automatisch das Gefühl durch die geographische Nähe auch eine Nähe zu den Opfern zu haben und deren Angehörige irgendwie verstehen zu können. Unser Glück ist es, ab einer gewissen Anzahl von Reizen auf gewisse Weise gefühllos zu werden. Wer viel weiß, macht sich viele Gedanken und Sorgen. Nur der unwissende lebt glücklich

  • 8. Februar 2016 um 15:43
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    Auch wenn die Methoden immer feiner werden (s. Nudge), Ziel ist es die Menschen zu manipulieren und in Abhängigkeit zu halten.

    Antwort
    • 8. Februar 2016 um 23:51
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      Kannte ich bisher noch nicht! Was ist „Nudge“ Etwa dieses hier?

      https://de.wikipedia.org/wiki/Nudge

      „Unter einem Nudge verstehen die Autoren eine Methode, das Verhalten von Menschen auf vorhersagbare Weise zu beeinflussen, ohne dabei auf Verbote und Gebote zurückgreifen oder ökonomische Anreize verändern zu müssen“

      Antwort
  • 10. Februar 2016 um 17:27
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    Dankeschön für die Aufklärung. Dass es offensichtlich gemacht wird, gefällt mir, während der Inhalt allerdings heftig schockiert. Vor wenigen Wochen sah ich einen Film mit dem Titel: Der fremde Sohn. Das Drehbuch basiert auf einer wahren Begebenheit in Amerika und in dem Film passieren Dinge, die hier vorstehend beschrieben wurden. Forschung an der Zivilbevölkerung und Amtsmissbrauch. Überwiegend betrifft es allerdings Frauen. Die Brutalität und das Gefühllose einzelner Männer und ebenfalls des Klinikpersonals, welche den Frauen unterstellen, dass sie dumm wären, lässt den Zuschauer beinahe erstarren. Weil man die Hilflosigkeit der Menschen fühlt, die gefühlskalten Wesen und Gehirnen ausgeliefert sind.

    Als menschlich kann man diese Sorte Wesen gar nicht bezeichnen, doch was sind sie dann und wo kommen sie her? Wie entwickelt sich Derartiges, das keinerlei Achtung, Mitgefühl und Respekt vor dem Leben des Anderen hat? Und warum hat es immer Geld und einen gültigen Reisepass? Doch die wichtigste Frage bleibt, wie man es auflösen kann, ohne selbst gewalttätig zu werden? Wie wehrt man sich, wenn Worte nicht mehr helfen und Gefühle dem Anderen unbekannt sind? Was kann jene zum Umdenken bewegen, für die der Mensch nur eine Ernte ist. Eine Beute, die ihm gehört, die er missbrauchen, versklaven, verblöden und ausbeuten kann. Ganz so, wie es gerade in den Geschäftsplan passt?

    Dass die Methoden feiner werden, kann ich nicht bestätigen. Sie werden brutaler, gewissenloser, unglaublicher, denn fein ist ein Wort, dass ein gewisses Empfinden voraussetzt, welches immer noch menschlich ist. Dem Leben sei Dank.

    Dass Forschung, auch ohne Missbrauch von Mensch und Tier möglich ist, stellt sich nicht als Frage. Das ganze Leben ist ein Forschungsfeld, manche opfern sich, andere leben. Dass es Blödsinn ist, wenn man über sich, den Menschen selbst, mehr erfahren will, lebendige und tote Tiere zu erforschen, liegt auf der Hand. Forschung ohne Rücksicht auf jenes, was durch die Forschung angeblich bereichert werden soll, ist keine Forschung, sondern vielmehr Willkür, der mit Hilfe der Ärzte und anderer intelligenter Menschen – Tür und Tor geöffnet wurde. Sanft hat es angefangen, mit Tropfen und Kräutern, und die Pioniere unter den Ärzten, nutzen noch ihre eigenen Körper, um ihre Erfindungen, Impfungen und Methoden zu testen. Da war der Arzt noch Mensch und begeisterter Forscher.
    Ein berühmtes Wort von Plato, was in keinem „Krankenhaus“ der Welt an der Wand zu lesen sein wird, lautete: Arzt heile dich selbst! Hat der Arzt jedoch bis heute nicht geschafft, denn auch er wird manchmal krank oder stirbt, wie jeder andere Menschen – laut Schulbildung – ebenfalls. Nichts ist wahrhaft verborgen, doch was nicht erkannt wird, kann auch nicht gesehen werden.

    Die Psychologen sind da schon von anderer Art, denn es gibt nur wenige Gründe, wissen zu wollen, wie der Mensch und ich selbst im Kopf ticke. Entweder will ich mir selbst helfen, indem ich Anderen helfe, sich zu verstehen, oder will dieses Wissen zu meinem Vorteil nutzen, um auf Bühnen zu stehen, im Rampenlicht zu glühen, Unglaubliches zu tun, zu manipulieren und letztendlich zu töten, weil das Ergebnis meines Wollens, nicht mehr vorzeigbar und schon gar nicht, als ein „Muss im Sinne der Freiheit und Forschung“ erklärbar ist.

    Es gibt auch Psychologen, die sich selbst erforschen, und diese Erkenntnisse dann wahrhaft als hilfreiche Information an Klienten weitergeben. Doch sind diese Forscher in den eigenen Kreisen – selten geachtet. Denn sie arbeiten ohne Spritze, ohne Droge, ohne Wollen und Müssen, sondern aus Begeisterung an der Einfachheit der wirksamen Mitteln. Ich denke, dass die Masse der Psychologen harmlos ist, und lediglich Selbstgespräche mit ihren Patienten führt.

    Doch die Anderen, die erst in den Menschen bohren müssen, stechen, ihn aufschneiden, betäuben, schocken und sich zuvor gar noch absichern, auf deren Bekanntschaft kann man locker verzichten, weil der Mensch weder eine Maschine ist, noch ein Möbelstück, dass man mal kurz handwerklich wieder instand setzt, damit es funktioniert.

    Jetzt lass ich los, und entschuldige mich für die Länge des Kommentars. Ich wurde angepickt und bin explodiert. Tut mir leid. Dankeschön, dass ich mir entladen durfte. Hat mir weitere Einsichten vermittelt.

    Antwort
    • 11. Februar 2016 um 9:43
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      Zuerst geht mein ganzer Dank an dich und deinem Kommentar. So etwas habe ich überhaupt noch nie gesehen – egal ob hier oder auf anderen Seiten. Das ist wohl der längste und ausführlichste Kommentar, den ich jemals gesehen habe.
      Mir gefällt dein philosophischer Ansatz sehr gut, nur konnte ich nicht ganz verstehen wie ich deinen ersten Satz „…Dass es offensichtlich gemacht wird, gefällt mir,…“ deuten soll. Meintest du damit die Forschung an sich und stellst lediglich die Methoden an den Pranger? Es wird uns jetzt gerade deutlich gezeigt, dass die Forschung in der Medizin immer wichtiger wird. Krankheiten, ausgelöst durch Schweinegrippe, Zikavirus etc… erfordert eine schnelle Antwort um Epidemien wie im Fall der Pest zu verhindern. Aber irgendwann muss es neben theoretischen Rechenmodellen und Versuchen an Tieren (und das ist schon schlimm genug, hat doch auch eine Ratte Gefühle wie Angst, Freude und sicherlich ein Recht auf Leben) auch zum Test am Menschen kommen. Die Frage, wer als Testperson in Frage komme, hat sich mitlerweile oftmals erübrigt. Wie erst vor wenigen Wochen bekannt wurde, gab es (ich glaube in Frankreich) einen Test an Freiwilligen, der schief gelaufen war. Ich sehe selbst oft genug irgendwelche Flyer hängen, in denen Testpersonen für irgendwelche Studien, aber auch Medikamententests suchen. Welche Rolle die Verharmlosung der (psychischen) Tests bzw. Medikamentenversuche an Probanden spielen, kann ich nicht beurteilen, da ich bisher an keiner dieser Studien teilnahm. Vielleicht ist es auch ein Mitgrund, dass es zwar eine Fülle an Medikamenten für fast jede Krankheit gibt, aber ohne ausreichende Versuche am Menschen die Wirkung oftmals nicht eintritt oder es einen Beipackzettel benötigt um über hundert mögliche Nebenwirkungen aufzuklären.

      Im Zuge meiner Recherche stieß ich auf viele Opferberichte, die im Zuge der Aufklärung von MK-Ultra zu Tage kamen. Der Fall des von mir beschriebenen Tennisspielers Harold Bauer ist dabei besonders pervers. Man stelle sich vor als gesunder Mensch (rein körperlich) sich einem Psychiater anzuvertrauen. Allein diese Hürde ist für viele schon undenkbar schwierig. Jemanden seine innigsten Gefühle und Sorgen anzuvertrauen – noch dazu jemanden Fremden. Man vertraut dieser Person und wird dadurch erst zum Opfer. Bei der sensorischen Deprivation lässt sich die Gefühlslosigkeit der Ärzte und die Hilflosigkeit der Patienten am besten verdeutlichen. Man sieht nichts, man hört nichts, man kann nichteinmal seinen eigenen Körper fühlen. Ein Gefangener im eigenen Körper – über Wochen! Unvorstellbare Quallen müssen das sein. Und das Ergebnis von jahrzehnte langer Menschenversuche: Tausende psychisch zerstörte Menschen und kaum ein Nutzen für die Forschung, da das Personal oftmals nicht die Fähigkeiten besaß, die Ergebnisse bestmöglich zu verwerten. Die Ressource „Leben“ grundlos verschwendet.
      Marie Curie als Beispiel, war sicherlich noch eine andere Version von Forscherin. Das Ziel ist die Erforschung, selbst wenn es das eigene Leben kostet. Flugpioniere waren da nicht viel anders. Sie kannten die Risiken, waren aber ebenfalls von der Funktionstüchtigkeit ihrer Maschinen überzeugt. Daher unternahmen sie den Jungfernflug persönlich. Sie standen zu ihrer eigenen Erfindung! Wäre interessant wieviele der forschenden Ärzte tatsächlich von der Wirksamkeit ihrer Medikamente überzeugt sind.
      Letztlich ist unser ganzes Berufsleben auf Erfolg ausgerichtet. Wer verschreibt schon sein Leben der Forschung. Wessen Lebensziel ist es, der Menschheit durch die Forschung zu helfen? Es wird uns jeden Tag gezeigt, wie wichtig es doch sei viel Geld zu verdienen, ein schönes Auto zu besitzen und bekannt zu werden. Das Ziel ist es im Rampenlicht zu stehen. Jeder will nur noch besser, schöner und größer sein… Ethik hat da keinen Platz mehr. Ich glaube nicht, dass alle Nazi-Ärzte von Beginn an schlecht waren, aber das Umfeld, dass sie umgab verstärkte gewisse negative Eigenschaften eklatant stark, sodass auch die unmenschlichsten Taten möglich wurden. Wenn töten normal ist, wird es kaum noch jemanden schockieren. Um zur Wahrheit zu kommen, kann man alles machen. In psychotherapeutischen Praxen, in Religionen etc… wird durch wiederholen gewisser Aussagen Wahrheit produziert. Schon den Kindern wird gesagt, nicht alles und jedem zu Glauben. Was können wir noch glauben und ab wann ist es Manipulation. Kann ich den Aussagen des Zeugen trauen? Den Nachrichten? Den Politikern? Irgendwelche Bloggern auf WordPress? Woher weiß ich, wo die Manipulation beginnt und die Wahrheit aufhört? Was ist dann noch Wissen?

      Antwort
      • 11. Februar 2016 um 16:24
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        Hallo mein Lieber, ich danke für die Kenntnisnahme. 🙂 Es gefällt mir, dass diese Informationen öffentlich gemacht werden, doch der Inhalt der Information – gefällt mir nicht. Entschuldige, dass ich mich unklar ausdrückte. Da ich selbst eine Forscherin mit Leib und Seele bin, habe ich natürlich gegen das Forschen an und für sich, überhaupt nichts einzuwenden. Doch sträubt sich alles in mir, deren pervertierte Auswüchse zu sehen. Dies gleichgültig, in welcher Nation und Weltenzeit. Die Vergewaltigung des Menschen in körperlicher und geistiger Art, ist das wirklich Forschung? Es wird ja auch erforscht, welche Musik in einem Kaufhaus im Hintergrund laufen muss, damit der Mensch mehr kauft, als er braucht. Forschung, die der Wirtschaft dient, hat nur Gewinnmaximierung und kaum das Wohl des Menschen im Sinn. Das ist ganz leicht nachfühlbar und logisch. Kommt auch noch der Macht- und Größenwahn ins Spiel, wird Forschung offensichtlich bestialisch. Was ich als eine mit Intelligenz gepaarte Brutalität definiere. Die Erforschung der Selbstheilungskräfte im Menschen, wie sie zum Beispiel bei sogenannten Spontanheilung offensichtlich werden, würde zumindest die Tieropfer ausschließen. Doch wäre die Forschung auf diesem Gebiet erfolgreich, wer würde dann noch Tabletten und Mittelchen kaufen? Ganze Industrien würden sterben und was wird dann aus diesen Arbeitsplätzen? Da ich jetzt ironisch werde, lass ich wieder los und wende mich deinen Fragen direkt zu.

        „Was können wir noch glauben und ab wann ist es Manipulation?“

        Die Frage ist toll, denn was du „noch“ glauben „kannst“, hängt allein von dir ab. Was ist Glaube? Das Annehmen einer Idee, die nicht, oder auch – noch nicht – bewiesen ist. Hat zum Beispiel jemals ein Papst den Beweis erbracht, dass jener Gott, dessen Stellvertreter er auf Erden zu sein gedenkt, wirklich existiert? Hat jemals ein Mensch eine Kalorie gesehen? Hast du schon einmal dein Gehirn befühlt? Woher weißt du, dass es so aussieht, wie bei allen Anderen? Ich weiß zum Beispiel nicht, wie alt die Erde wirklich ist, oder wie es auf dem Mars aussieht. Einige Jahrzehnte glaubte ich zu wissen, weil ich Bilder und Filme sah, die mir als Beweis offenbart wurden, doch letztendlich gestand ich mir ein, dass ich diesbezüglich gar nichts weiß. Zumindest nicht wirklich.

        Der Glaube gehört nicht der Kirche allein zugeordnet, sondern ist eine Fähigkeit des Menschen, mit welcher er seinen Tag, sein Leben bestimmt. Was du glaubst, lenkt deinen Blick, gestaltet die Wahrnehmung deines Lebens. Was du nicht glaubst, kannst du gar nicht sehen. Manchmal fällt es dir jedoch auf den Kopf oder vor die Füße, dann spricht man vom Wunder, Pech oder anderem Unberechenbaren. Also etwas, woran man gar nicht glaubt. Dennoch ist es geschehen oder existiert. Du kannst dementsprechend alles glauben, was du glauben willst, was keinesfalls etwas daran ändert, dass auch noch andere Möglichkeiten und Wirklichkeiten existieren, die dir jedoch undenkbar sind, und was du nicht bedenken kannst, daran kann man auch nicht glauben. Der Glaube muss einen Inhalt haben, der sich gedanklich begründen lässt. Jeder Mensch wählt selbst, was er glaubt. Wird etwas als glaubhaft gefühlt, dann ist es ein – von innen gestärkter Glaube, den man mit Vertrauen benennt. Man kann den Glauben von grundlegend auch als jene Idee bezeichnen, die das menschliche Leben evolutioniert, oder stagnieren lässt, oder zerstört. Zum Beispiel, der Glaube recht zu haben, hat so viele Menschen das Leben gekostet, denn weigert man sich beharrlich – diesen Glauben aufzugeben. Aus der eigenen Sicht, hat man wahrscheinlich auch immer recht, doch diese Sicht ist eben nur einseitig und bereits unser Körper hat zwei. So können wir diesen von Hinten und Vorn betrachten und zu absolut unterschiedlichen An- und Einsichten gelangen. Dennoch ergibt erst Beides ein Ganzes und nur das ist lebensfähig. Mich interessiert in diesem Moment, als du das Laufen lerntest, hast du da geglaubt, dass du es irgendwann kannst, oder wusstest du es? Was war damals deine Wirklichkeit?

        Alles, woran der Mensch glaubt, da er sich dessen noch nicht gewiss ist, macht ihn manipulierbar. Wenn jedoch aus dem Glauben Gewissheit wird, dann weiß der Mensch und man kann ihn nur schwer täuschen. Dementsprechend ist Wissen etwas, was dich leiten wird, inspiriert zu handeln, Glauben zu schenken oder auch dich zurückzuhalten, wenn eine Emotion in dir nach Dummheit schreit. Wie alles Andere ebenfalls, kann man Wissen missbrauchen oder nützlich sowie hilfreich anwenden. Die Wahl wird stets in jedem selbst getroffen.

        „Kann ich den Aussagen des Zeugen trauen?
        Den Nachrichten? Den Politikern?
        Irgendwelche Bloggern auf WordPress?
        Woher weiß ich, wo die Manipulation beginnt und die Wahrheit aufhört?

        Manipulation beginnt häufig mit den Worten: „Wussten Sie schon … ( was sie brauchen und noch nicht haben?)“ Oder auch mit „Du musst, du kannst, du willst, wollten Sie nicht schon immer … ? (sich manipulieren lassen 🙂 Die Wahrheit hinterlässt Stille, weil nichts mehr gesagt oder bedacht werden braucht. Sie hakt nicht nach, weil sie keine Haken hat.

        „Du weißt es nicht, doch du kannst es fühlen, dass mit der Welt da draußen etwas nicht stimmt.“
        Zitat von Morpheus zu Neo im Film: Matrix, 1. Teil

        Bedenke, du weißt und denkst dein Leben nicht, wenn du geboren wirst, du fühlst es und dies ist mehr als genug, um prachtvoll zu wachsen.

        Was ist dann noch Wissen?

        Wissen ist – glaube ich – all jenes, was man nicht bedenken braucht und das sich irgendwann zur Weisheit wandelt, weil man es in der Wirklichkeit wahrhaft umsetzt, erprobt und in seiner Wahrhaftigkeit bezeugen kann.

        Dankeschön für deine Fragen, es hat Freude gemacht, dir und auch mir zu antworten. … und ich glaube fest daran, dass ich mich auch kürzer fassen kann. 🙂

        Antwort
        • 12. Februar 2016 um 1:41
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          Bin jedesmal von deinen Kommentaren überwältigt! Ich kenne das Problem, dass man die Länge eines Artikels begrenzen möchte, um anschließend doch wieder über die Stränge zu schlagen nur zu gut. Ich glaube dein Kommentar ist schon fast länger als mein urprünglicher Artikel…
          Vielen Dank für deine Antworten auf meine Fragen. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nicht unbedingt philosophisch bewandert bin. Umso spannender finde ich daher deine Antworten.
          Als ich zum ersten Mal auf MK-Ultra stieß, kannte ich den genauen Umfang selbst noch nicht. Erst im Zuge der Recherche wurde mir das Grauen offenbart und mein Artikel immer länger. Dein Beispiel mit der Kaufhausmusik ist sicherlich sehr repräsentiv. Mir kam erst heute wieder ein Steve Jobs Präsentationsvideo unter. Alles ist neu, das Beste überhaupt, alle Menschen erscheinen nun viel glücklicher und der Kauf des Artikels hat ihr Leben erfüllt etc… bla und nochmals bla…
          Schlußendlich ist es aber auch nicht mehr als ein z.B. PC! Wir sind von uns selbst so sehr überzeugt, dass wir annehmen niemals Opfer der Werbeindustrie zu werden. Wir würden niemals ein Produkt bevorzugen, obwohl wir es nur aus der Werbung kennen! Aber genau das machen wir! Täglich! Wir finden etwas schon gut, bevor wir es überhaupt kennen. Die Manipulation ist überall: TV, Facebook, Mundpropaganda, Zeitung, Graffiti…
          Jeder hier in Wien kennt das Wort „Puber“! Nur deslhalb weil dieser Graffititsprayer diesen Schriftzug auf tausende von Hauswänden in Wien geschrieben hat. Unsere Welt wurde durch die Technik nicht verbessert. Sie wurde nur optimierter. Unser Kaufverhalten, unsere Arbeitszeit, unsere Freizeit, die Anzahl der Freunde. Wollte man früher „nur“ glücklich sein, muss es heute Familie, Reichtum, Haus, 8000 Euro Monatsgehalt und vielleicht noch ein paar Auszeichnungen in Sport, Forschung und und und sein… berühmt wollen wir sowieso alle werden.
          Zitat von Morpheus zu Neo im Film: Matrix, 1. Teil
          Bedenke, du weißt und denkst dein Leben nicht, wenn du geboren wirst, du fühlst es und dies ist mehr als genug, um prachtvoll zu wachsen – hier ein echt gutes Zitat!

          Besonders gut gefällt mir auch das Thema des Wissens. Ich weiß nicht wer, aber ein sehr bekannter Philosoph meinte einmal, dass nichts sicher gilt und Wissen sowieso relativ ist. Nur eines ist gewiss: Da ich lebe, meinen Körper wahrnehme, weiß ich dass ich bin (jetzt sehr frei übersetzt). Die ganze Forschung weiß eigentlich nichts. Sie baut nur auf ein paar wenige weitverbreitet akzeptierte Annahmen auf (die Erde ist rund, Mathematische Formeln etc…) und mit wenigen akzeptierten Konstanten werden neue Theorien aufgebaut und abgeleitet. So baut sich schlußendlich unser gesammter Wissenstand auf. Oder wer kann schon wirklich sagen, dass rot gleich rot ist? Ein Hund sieht schon anders als eine Katze. Vielleicht entspricht das Licht in Wahrheit unserer Vorstellung von grau – wer weiß …
          Aber du hast schon recht: Sobald ich von etwas überzeugt bin, nehme ich es als die reine Wahrheit an. Bei meinem beschriebenen MK-Ultra Opfer „Virginia“ muss dies besonders schwierig sein. Sie bekam nicht nur eine neue Identität verpasst, sondern auch noch einen anderen Namen. Wie würde ich wohl reagieren, wenn mir jemand sagen würde, dass ich gar nicht der bin, der ich zu sein glaube (wie im Film Vanilla Sky). Wissen ist wohl unser Glaube der Wahrheit. Ob die Wahrheit, die echte Wahrheit sein kann oder es vielleicht sogar mehrere Wahrheiten schlußendlich gibt – wer weiß das schon…

          Antwort
  • 10. Februar 2016 um 17:41
    Permalink

    PS: Da war noch was. Das Nudge. Früher hieß es einfach betrügen und belügen, dann wurde es Manipulation und heute wird genudgt. Man kann davon ausgehen, dass alles, was Schlagzeilen macht und mit Beharrlichkeit als Wahrheit vermittelt wird, genudgt ist. Gott hatte wahrscheinlich nachvollziehbare Gründe, dass er jedem Menschen einen eigenen Kopf mit Verstand darin gab. Welche könnten das nur gewesen sein? Hier liegt noch Kichern.

    Antwort
  • 14. Februar 2016 um 20:19
    Permalink

    Lieber DaWolf,

    alle guten Dinge sind ja angeblich drei, dies ist also der dritte Versuch – dir zu antworten, ohne die Länge eines Güterzuges zu überschreiten. Glück auf! Rufe ich mir zu und los gehts.

    Ich kenne das Wort Puber nicht, wenn es nichts Schönes ist, will ich es auch nicht wissen. Denn wahr ist, wie es so leicht verständlich heißt, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. 🙂 Schön finde ich, dass du dieses Mal auch so ein bisschen explodiert bist und dir wahrscheinlich – genau wie ich – dabei einiger Dinge bewusst oder auch bewusster wirst. Ich denke sogar, dass wir weder Jäger noch Sammler vom Ursprung her sind, sondern mittels Geschichte dazu gemacht wurden.

    Du erinnerst an den Film Vanilla Sky. Ein wunderbarer Film, trotz aller Brutalität. Es wird gezeigt, wie sich der Mensch seine Welt selbst gestaltet. Mittels Wunsch, Idol, Vorbild, Sehnsucht und auch Erinnerungen.

    Was du zur Forschung und deren Ergebnissen schreibst, empfinde ich ebenso. Sie machen nur sichtbar, was vorher schon da war, nichts wird erfunden, nur das Gefundene genutzt. Genauso, wie es die Kirche macht. Woher wollen die auch wissen, wie eine Katze oder ein Hund sieht. Da müsste man doch mit seinem Bewusstsein im Hund stecken, um wahrhafte Ergebnisse liefern zu können. So bleibt alles nur Vermutung, Theorie, die man als Wahrheit vermittelt. Was hat es dir bis heute genutzt, dass du die angebliche Formel zur Berechnung der Lichtgeschwindigkeit kennst? Nichts. Hat sich dein Einfluss auf das Licht vergrößert? Hier kichere ich mal. Du bist ein Wissenschaftler und ich bin es auch, genau wie alle anderen Menschen ebenfalls. Jedoch dort, wo es auch für uns und jene, die um uns sind, Nutzen bringt.
    Die Sache mit Virginia aus der eine Molly wurde, ist mir ebenfalls nahe gegangen. Wer den Willen eines Menschen bricht, ist eigentlich gar kein Mensch mehr. Denn er fühlt ja nichts, was menschlich ist.

    Was die Wahrheit anbelangt, gibt es mindestens so viele, wie es Menschen gibt. Weil jeder alles aus seinem Blickwinkel sieht, andere Erfahrungen hat, zu eigenen Schlüssen kommt.

    Ich winke dir zu und wünsche noch einen schönen Sonntag.

    Antwort
    • 15. Februar 2016 um 1:57
      Permalink

      Danke für die Antwort! Manchmal erwischt es auch mich, dass ich mich im Schreiben verliere.
      Das Wort ‚Puber‘ hat, soweit ich weiß keine Bedeutung. Dürfte bloß der Nickname des Sprayers sein. Er hat sich eben auf fast jeder zweiten Wiener Fassade verewigt und kam eben so zu seinem ‚Ruhm’… wenn auch recht zweifelhaften. Was deine Jäger und Sammler Theorie betrifft, glaube ich eher, dass dies aus einer Entwicklung, aus der uns umgebenden natürlichen Umweltbedingungen hervorgegangen ist. Wir versuchen uns doch so sehr die Umwelt Untertan zu machen, sind aber bei jeder kleinsten Veränderung ihr hilflos ausgeliefert. Eine kleine Veränderung und wir sind binnen eines Schlages nicht mehr als eine schöne Erinnerung.
      Virginia oder besser gesagt ‚Molly‘ zeigte wie schnell wir uns in eine neue Rolle einleben können und welche Werte uns tatsächlich wichtig sind. Wie in Vanilla Sky hängen wir an den vermeintlichen Erfolgen des Lebens, können aber im Notfall dies alles ohne auch nur einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden, hinter uns lassen. Neues Leben, neue Werte. Wenn jemand eine Nahtoterfahrung durchlebt, ist der Verlust des Lebens, der Verlust der Freunde und Verwandten mit Freude und Glück verbunden. Wieviele berichteten, dass sie sogar enttäuscht waren als sie wieder zu den Lebenden zurückkehren mussten.
      Zur Wahrheit kam mir noch der Gedanke der Relativitätstheorie in den Sinn: Vor dieser Entdeckung hat unsere Welt ebenfalls bestens funktioniert. Die vorhandenen Rechenmodelle waren in sich stimmig und plausibel. Nur am wenigen Stellen unserer Auffassung der bekannten Lehren eckte es. Die Relativitätstheorie brachte neue Rechenmodelle ins Spiel, die eine andere Wahrheit zeigten, aber im Gegensatz zu vorhin auch die vorhandenen Kanten glätteten. Und bei all dieser verschiedenen Wahrheiten ist selbst diese Theorie nicht unumstritten …
      die Gravitationswellen zeigten doch deutlich, dass ein Schwerpunkt der weltweiten Forschung nicht auf der Entdeckung neuer Erkenntnisse beruht, sondern lediglich versuchen vorhandene Theorien und theoretische Rechenmodelle nachzuweisen. Wie oft dabei nicht die Wahrheit gefunden wurde, sondern lediglich die Erkenntnisse an das gewünschte Ergebnis des theoretischen Modells angepasst wurde, möchte ich sicherlich nicht wissen.
      Wie dem auch sei: Wünsche dir noch einen schönen Tag in die neue Woche!

      Antwort
    • 17. Februar 2016 um 0:52
      Permalink

      Will dich nicht nerven, aber habe heute einen echt interessanten Beitrag gesehen. Habe dir ja ganz kurz von diesem „Puber“ geschrieben Könnte unter dem Titel laufen „Wie man es als Antiheld zur Berühmtheit schafft“ Vielleicht bekommt auch er noch einmal einen Youtube-Kanal zur reinen selbstverwirklichung und zur verstümmelung des gesunden Verstandes der Anderen…

      http://wien.orf.at/news/stories/2757053/

      Antwort
      • 17. Februar 2016 um 19:33
        Permalink

        Lieber Da Wolf, du nervst keinesfalls, es ist ja nicht der Trieb, der uns menschlich macht, sondern vielmehr der Drang, den Anderen teilhaben zu lassen, an Momenten die uns bewegen, die unsere Sicht von Leben erweitern, entschlacken oder gar bereichern. Deshalb habe ich auch einen link für dich. Leider ist darin bisschen Werbung, doch das Thema und der Film sind unglaublich schön und es wäre mir eine Freude, wenn du darin auch Zauberhaftes für dich fühlst. Ich grins dich an und freue mich, dass du lebendig bist – hier und jetzt.

        C.

        Antwort
        • 18. Februar 2016 um 10:11
          Permalink

          Sorry, habe unabsichtlich auf senden geklickt …
          Ich stimme dir absolut zu, dass wir unsere Erlebnisse teilen, im Gedanke die selben Gefühle auch bei anderen auszulösen. Wer schon würde einer desinteressierten Person über etwas informieren, ohne ein gewisses Maß an Interesse zu erwarten. Dazu passt dein Link absolut perfekt, da ich den Film zwar kenne, aber es verabsäumte ihn in ganzer Länge zu sehen. Guter Zeitpunkt, um dies nachzuholen …

          Antwort
      • 18. Februar 2016 um 1:20
        Permalink

        Habe mir den Beitrag über den Pu angesehen. Meine Schlussfolgerung ist: Wien hat einen Graffiti-Terroristen. Immer noch besser nur einen von Diesen, als einen halben von den Anderen. 😉

        Antwort
        • 18. Februar 2016 um 10:15
          Permalink

          Grafititerrorist ist echt gut! Aber scheinbar wirkt Österreich für diese Art von Künstlern sehr anziehend. Ein Nitsch ist da nicht weniger ‚radikal‘ … und seine Bilder viele tausend Euro wert.

          Antwort
  • 17. Februar 2016 um 2:13
    Permalink

    Lieber Wolf, vielen Dank für deinen interessanten und toll recherchierten Bericht! In diesem Ausmaß war mir diese Schweinerei unter dem Deckmäntelchen der Forschung noch nicht bekannt.

    Es wäre sicher unglaublich erschreckend, wenn man in die Psyche dieser krankhaften „Forscher“ schauen könnte. Ich denke, daß ein großer Teil dieser Typen überzeugt war von ihrer zwielichtigen, grausamen und unnützen „Wissenschaft“. Ein nicht kleiner Teil wird auch den eigenen Wahnsinn und Gestörtheit ausgelebt haben, überzeugt von der Richtigkeit ihres Tuns. Jedoch einige Wenige wußten ganz sicher, was sie hier für eine irrsinnige, unnütze Menschenquälerei mit Todesfällen als Nebenprodukt veranstalteten. Aber die Sucht nach Ruhm ist stärker als jede Menschlichkeit. Kein Tier ist so grausam wie der Mensch und tötet aus o.g. Gründen! Da frage ich mich schon, wer hier die Krone der Schöpfung ist.

    Natürlich basieren viele heutige Erkenntnisse auf Versuche in der Vergangenheit. Ich bin mir jedoch sicher, daß wir das jetzige Wissen in der Psychotherapie und Neurologie zum allergrößten Teil nicht von solch extremen „Behandlungen“ haben.
    Eine Perfektionierung von Spionage, Untergrund, Terror und Attentaten rechtfertigt jedoch nicht, daß man unschuldigen Menschen ihr Sein und ihr Ich nimmt. Noch dazu auf eine so menschenverachtende, perfide Art.

    Daß in der Humanmedizin, im organischen Bereich, z.B. im Erlernen von Operationstechniken oder in der Deutung von Regelkreisläufen und Physiologie, Fehlschläge in der Vergangenheit zu verzeichnen waren, ist bekannt. Jedoch wurden diese hauptsächlich im guten Gewissen, den Menschen zu helfen, begangen.
    Ich kann nicht erkennen, daß den Menschen, die man für diese grausamen Psychospielchen mißbrauchte, in bester Absicht geholfen werden sollte.

    Aber es geschieht ja immer wieder auf dieser Welt, daß man in menschliche Abgründe blicken muß und erschauert.

    „Der Mensch ist des Menschen Wolf“ wer sagte das einmal? Das ist heute noch aktuell.

    Entschuldige, daß ich dich wieder so lange vollgesülzt habe, aber das mußte gerade raus 🙂

    LG Elisabeth

    Antwort
    • 18. Februar 2016 um 9:40
      Permalink

      Hallo Elisabeth
      Ich freue mich jedes Mal wieder, einen so tollen Kommentar zu erhalten. Der Austausch ist in jeder Hinsicht interessant, da es auch für mich einen neuen Horizont eröffnet. MK-Ultra ist sicherlich bereits etwas in Vergessenheit geraten, würde ich aber in Sachen Skandal und Vertuschung in eine Reihe mit Snowden stellen. Da ein nicht unerheblicher Teil der frühen MK-Ultra Forscher (Projekt Artischocke) aus ehemaligen Nazi-Ärzten bestand, sind parallelen in deren Motivation der Ausbeutung zu erkennen. Der Arzt Dr. Ewen Cameron sagte, dass er das einpflanzen eines neuen Bewusstseins durchaus vertretbar findet, da sich die Patienten zwar nicht an ihr früheres Leben erinnern können, jedoch ihre psychischen Probleme überwunden haben. Jemand der seine Sorgen nicht mehr kennt, wird sich nicht umbringen wollen!. So traurig es klingt, aber die heutige Forschung wäre sicherlich um viele Jahre zurück, hätte es diesen gesetzlichen Freiraum nie gegeben. Natürlich kann man auch Forschung ohne Menschenopfer betreiben, nur ist diese langwierig und erfordert mehrere Testphasen. Wie oft hört man von einem neuen Wundermittel gegen Krebs und dergleichen, um ebenso im Nachsatz zu erfahren, dass ein Einsatz aufgrund von vielen Unbekannten Faktoren, ausstehenden Tests (Tierversuche an Ratten etc…) und noch fehlenden Zulassungen sich noch mindestens 5-10 Jahre hinauszögern wird. Am Ende braucht man aber trotz allem noch Versuchspersonen, die gegen Entgeld gelockt werden. Der Vorfall in Frankreich, als ein oder mehrere Personen während eines Medikamententests ins Koma fielen, zeigt für mich sehr deutlich die Einschränkung der Forschung auf. Aber du hast absolut recht: Wenn ich erst Leben zerstören muss um eventuell anderes in Zukunft zu retten, wo bleibt dann noch der Sinn der Medizin? Project Paperclip kam auch nur zustande, weil die Nazi-Ärzte aufgrund ihrer Forschung im rechtsfreien Raum (Forschung an Juden im KZ) in kürzester Zeit bahnbrechende Erkenntnisse erwarben. Dieses Wissen in die Zeit nach dem 2.WW zu retten und für sich (hier: USA) nutzbar zu machen, ist natürlich schon sehr verlockend. Wernher von Braun und die Mondlandung 1969 wären wahrscheinlich tatsächlich nicht so schnell vom Erfolg gekrönt worden und den Wettlauf zum Mond hätten dann womöglich sogar die Sowiets gewonnen. Und ohne die amerikanische Atombombe wäre die Nachkriegsgeschichte sicherlich eine andere …
      Aber zurück zu Cameron: Ich persönlich glaube, dass er es als Vertretbar sah, eine gewisse Anzahl von Menschen zu opfern, um andere zu retten. Heilung (physisch und psychisch) muss nicht immer gut sein. Eine Beinamputation bei großen Gelenksschmerzen kann auch ein weg der Behandlung sein – ob das der Patient und vor allem eine gesunde Person auch so sieht ist freilich etwas ganz anderes. Ähnlich verhält es sich bei psychischen Erkrankungen. Aber Einschränkungen rufen auch immer wieder neue Methoden und Verfahren hervor, die es ansonsten nie gegeben hätte.

      Ps.: Wegen der Länge deines Kommentares musst du dir absolut keine Gedanken machen, schließlich schaffe ich es auch nicht, mich kurz zu fassen.

      Schönste Grüße,
      Wolf

      Antwort
  • 21. Februar 2016 um 3:22
    Permalink

    Danke, lieber Wolf!
    Weißt du, ich finde, daß man diese Geschehnisse nicht ganz in der Versenkung verschwinden lassen darf. Deshalb ein großes Lob dir, daß du auf deinem Blog gerade solche Themen genau recherchierst und sie so interessant gestaltest. Es gibt so viel darüber nach- und umzudenken, weil du so viele Blickwinkel ansprichst.
    Cameron und seine so schlimme Aussage kann ich nicht einordnen. Ist er ein Egomane? Ein menschenverachtender, von seiner Lehre überzeugter Grösus? Oder ein irregeleiteter Wissenschaftler? Es ist schrecklich, wenn sich solche Menschen herausnehmen, sich über das Sein ohnehin kranker Menschen zu erheben. Eine Depressiver mit suizidalen Gedanken, der in diesem Moment sowieso wie ein Blatt im Winde ist und vielleicht in diesem Moment nach jeder Hilfe greift, fällt dann so einem Typen in die Hände. Fast natürlich wird er die angebotene Hilfe annehmen, wenn ihm Heilung oder Besserung versprochen wird. Ein depressiver Mensch hat meist schon eine Ärzteodyssee hinter sich.
    Du hast schon recht, es wären viele Therapien noch nicht so weit, wenn es diese rechtsfreien Räume nicht gegeben hätte und sicher immer noch gibt. Aber ich finde, daß bestimmte Erkenntnisse die seelische oder organische Zerstörung kranker Menschen nicht rechtfertigt. Es ist eben so schwer und eine endlose Diskussion, wo man den Strich ziehen muß!
    Ich denke, daß für viele Krankheiten bereits eine Behandlung gefunden wurde und dafür viele „Testpersonen/Opfer“, ob Mensch oder Tier, gelitten haben (Nicht jede Tragödie, wie in Frankreich, wird an’s Licht der Öffentlichkeit kommen. Das hier war sicher die Ausnahme). Umso trauriger finde ich es, daß diese Behandlungen trotz Freigabe nicht beim Kranken ankommen. Die Pharmaindustrie weiß da schon einen Riegel vorzuschieben. Wo wird wohl mehr verdient? An einem Tablettchen, das z.B. verhindert, daß Zellen weiter entarten und den Kranken nicht zum „Kotzen“ o.ä. bringen? Oder an einer ausschweifenden intravenösen Chemotherapie, bei der den Patienten der Himmel auf ihre armen kahlen Köpfe fällt?
    In meinem Normalbürger-Hirn bin ich mir sicher, daß die großen Geldmengen das A und O in dieser Welt sind. Und diese Kohle entscheidet über das Wohl und Wehe der Menschen.
    Du kannst dich sicher an die „Schweinegrippe“ erinnern. Da wurde quasi über Nacht ein Impfstoff aus dem Boden gestampft. Gab’s hier Testreihen? War ja kaum möglich. Wußte man, was der Impfstoff in einigen Jahren noch nachträglich im Körper anrichten wird? Aber Hauptsache, die Grippeepidemie wurde dazu benutzt, voll abzusahnen und Geld zu scheffeln. Da die Panikmache und damit die Angst vor dieser Grippe so groß war, ließen sich auch leider diejenigen Leute impfen, die es aus medizinischen Gründen nicht nötig gehabt hätten. Eine fiese Mache von oben war das, aber ein großer goldener Po für die Pharmaindustrie.
    Aber jetzt bin ich wieder abgeschweift 🙂
    Was du geschrieben hast, über die Übernahme von Erkenntnissen, die im WK II unter grausamsten, unmenschlichen Geschehen und unter Bestien in Menschengestalt entstanden sind, macht mich noch um vieles konfuser. Es war sicher verlockend, mit diesem Wissen in der Nachkriegszeit weiter zu machen, es zu übernehmen, genau so wie auch die deutschen Wissenschaftler und Genies wie z.B. Wernher von Braun.
    Du hast natürlich recht mit dem, was du über die nachfolgenden Ereignisse in der Weltraumtechnik, Luftfahrt etc. sagst.
    Manchmal, wenn ich genauer über all das nachdenke, dann dreht sich alles im Kopf und es kommt mir vor, als ob ich gar keinen festen Standpunkt in diesem speziellen Thema mehr finden könnte. In so viel Schlimmes und Entsetzliches schleicht sich doch ganz leise ein, daß wir in bestimmten Dingen doch heute davon profitieren, ob wir wollen oder nicht, wir können uns nicht ganz wehren. Das erschreckt mich, weil ich doch in meinem Empfinden (und Sturheit) nichts von dem Vergangenen annehmen möchte.

    Auf jeden Fall sende ich dir viele Grüße und wünsche dir einen schönen Sonntag?

    Elisabeth

    Antwort
  • 22. Februar 2016 um 14:53
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    Hallo Elisabeth
    Ich fühle mich deines Lobes sehr geehrt! Natürlich nimmt dieser Artikel viel mehr Zeit in Anspruch als ein Copy-Paste Abklatsch. Umso mehr freut es mich, wenn sich auch andere für diese doch nach wie vor sehr aktuellen Themen (und wohl nie aus der „Mode“ gekommen) interessieren. Die Welt in der wir leben besteht aus Actio und Reactio Beziehungen. Jeder Vorteil hat auch seinen Nachteil, jede Errungenschaft ist auch mit Zerstörung verbunden. Ist unsere Welt durch die Forschung tatsächlich besser geworden, oder doch nur anders? Camerons Aussagen finde ich auch sehr schwer einzuordnen. Ich glaube schon, dass er eine narzistische Persönlichkeit hatte, war er doch sehr von seiner Arbeit und den positiven Effekten überzeugt. Den Bezug zur Realität hat er wohl irgendwann zwischen den deutschen KZs und MK-Ultra verloren. Seine Aussage, dass ein menschliches Gehirn ein „ergiebiges Forschungsobjekt“ darstellt, zeigt für mich eine Bessesenheit, die mit Reaitätsverlust einhergehen kann. Aber ich bin weder Psychologe, noch kannte ich ihn persönlich. Das Nicht-Verstehen seiner unmenschlichen Taten, ist wohl für gesund-denkende Menschen ganz normal. Allein ihn zu verstehen, würde schon von einer Abnormalität zeugen. Opfer wie den Tennisspieler Harold Bauer gibt es auch heutzutage noch zu genüge. Wieviele unheilbar kranke Personen stellen sich in ihrer Verzweiflung unorthodoxen Behandlungspraktiken zur Verfügung. Angefangen von Wahrsagern, Heilpflanzen aus woher auch immer, Meditation, Hypnose etc. Alles nur um diese Personen auch noch um den letzten Cent zu bringen. Man kann sich ohnehin nichts mitnehmen! Ich bin mit dir absolut einer Meinung, dass uns viele Behandlungsmethoden und Medikamente vorenthalten werden, nur um des Geldes wegen. Stell dir nur vor, man könnte Lungenkrebs im Endstadion innerhalb einer Sitzung heilen. Da ist doch im vergleich dazu eine Chemotherapie ein echter Goldesel. Viele Behandlungen über einen langen Zeitraum und wird der Patient tatsächlich wieder gesund, verdient man noch mehrere Jahre Geld an den Medikamenten, um die Nebenwirkungen der Behandlung zu lindern. Die Befürchtung vor einer 2-Klassengesellschaft ist sehr groß, aber ich frage mich, ob es diese nicht bereits gibt! Die Zustände in unseren Krankenhäusern zeigt es doch schon sehr gut. Sobald man wieder selbstständig Atmen und Gehen kann, wird man aufgefordert doch bitte das Krankenbett zu räumen, da bereits der nächste Patient vor der Türe wartet. Das selbe bei den Schmerzmitteln: Da wird oftmals gewartet, bis sich der Patient vor schmerzen im Bett krümmt, bevor er das stärkere Mittelchen verabreicht bekommt. Bei den sogenannten „Klassepatienten“ gibt es dieses Thema nicht. Da wird man erst nach der Genesung wieder entlassen und jede halbe Stunde nach dem Empfinden gefragt. Operiert wird man natürlich von seinem Wunscharzt! Aber jetzt zurück zum Thema: Einerseits versucht man unwirksame Medikamente unter das Volk zu bringen, andererseits will man partout die lebensrettenden Mittel den Armen vorenthalten. wer zahlt, bekommt! – auch ein Weg der Überalterung der Gesellschaft entgegen zu treten. Bei Wernher von Braun zeigt sich sehr deutlich, dass sehr viel möglich ist, solange jemand ein starkes Interesse hat, das Ziel auch tatsächlich zu erreichen. Wer weiß, wie weit die Forschung schon wäre – oder sogar im geheimen bereits ist!

    Vielen Dank für deine nette Antwort und wünsche dir eine erfolgreichen Start in die neue Arbeitswoche 🙂

    Antwort
    • 4. März 2016 um 23:33
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      Hallo Wolf,
      da komme ich ja gerade recht aus dem Krankenhaus zurück, um dich zu bestätigen☺️
      Habe für den stationären Krankenhausaufenthalt eine private Zusatzversicherung die ein Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung abdeckt. Da ich schon sehr oft operiert wurde und stationär lag, war mir hauptsächlich das Zweibettzimmer wichtig. Man schiebt zwangsläufig fast ständig 3 Personen ins 2er-Zimmer und da wird’s schon verdammt eng. Mit Krücken und/oder Klo- / Rollstuhl, kann man sich dann nicht rühren. Ich bin keine geschickte Nachtstuhlfahrerin und Krückengängerin?
      Die Chefarztbehandlung lehne ich oft ab, da ich meist vollkommen zufrieden mit den Ärzten bin, die mich im Vorfeld als „normalen“ Kassenpatienten behandeln. Bekomme dann auch den Anteil von der Privatkasse zurück erstattet. Ich kenne also beide Sichten und habe auch 38 Jahre im Krankenhaus gearbeitet.

      Die 2-Klassengesellschaft im medizinischen Bereich gibt es natürlich. Jedoch nähern sich diese Klassen im Krankenhaus momentan sogar mehr einander an. Als ich damals als junge Frau im Krankenhaus anfing zu arbeiten, war der Unterschied zwischen „1. Klasse“ und „3. Klasse,allgemein Patienten“ sehr groß. „2. Klasse“ war ähnlich der 1. Klasse, jedoch im 2-Bett-Zimmer☺️ Ich kann mich sehr gut erinnern, dass man noch mit Silbertablett, Silberkännchen und Silberbesteck und natürlich mit Stoffserviette das Essen den „Privaten“ servierte. Natürlich konnte sich der Privatpatient auch die Kochzeit für sein tägliches Ei aussuchen und bekam den „guten Bohnenkaffee“, der „Dritter-Klass-Patient“ bekam als Kaffee heißes Wasser, wo 2 Bohnen durchgeschossen waren und sonntags ein steinhart gekochtes Ei, wenn er Glück hatte? Zum Privaten kam täglich der Chefarzt zum Händeschütteln und dem hierarchisch geordneten Ärzteschwarm und zum 3.-Klass-Patient kam er 1 mal in der Woche mit einem kurzen Nicken und Zack war er wieder draußen? Es gab teilweise groteske Unterschiede, über die man heute beinahe lächelt. Jedoch erinnere ich mich nicht, daß in der medizinischen Behandlung so große Unterschiede gemacht wurden. In der Terminvergabe, verwaltungstechnisch und natürlich in Unterkunft und Pflege waren die „Privaten“ groß im Vorteil. Wir jungen Lernschwestern mußten halt, je nach Gusto der häubchenbewehrten Chefschwester, bei den Privaten die Badarmaturen mit Zahnbürsten schrubben?
      Da kann ich mich an sehr viele solche Sachen erinnern.
      Jetzt bin ich wieder abgeschweift☺️
      Aber ich finde, daß sich die 2-Klassen-Gesellschaft im Bereich der praktischen (niedergelassenen) Ärzte immer mehr verbreitet. Dort gibt es sehr oft diese extra Wartezimmer, aus denen man die Privatpatienten ungesehen von den „Normalpatienten“ ins Behandlungszimmer holen kann. Es gibt auch Computerprogramme, das die Arzthelfer darauf aufmerksam macht, daß der um einen Termin bittende Patient „privat“ ist. Natürlich bekommt man als Privatpatient sehr schnell einen Termin, wo vielleicht der andere Patient Wochen oder Monate drauf warten muß. Selbst schon in der Verwandtschaft ausprobiert, hihi!
      Natürlich gibt es auch in der Qualität oder Wirkungsradius der Medikamente einen Unterschied. Ebenfalls selbst getestet (Ehemann privat, ich Kassenpatient)☺️
      Man kann den Unterschied zwischen „privat“ und „allgemein“ (blöde Wörter, gell) manchmal auch an der Freundlichkeit von Arzt und Personal und deren Zeitmanagement erkennen.

      Lieber Wolf, jetzt ist mir schon wieder so viel rausgerutscht, was zu deinem Grundthema gar nicht mehr so passt. Entschuldige, aber du erwähnst halt so viele interessante Sachen, wo man überall andocken kann?

      Dir ein schönes Wochenende☀️
      LG Elisabeth

      Antwort
      • 6. März 2016 um 1:35
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        Hallo Elisabeth

        Schön aus deiner unmittelbaren Erfahrung als Patient, wie auch aus deiner Jahrzehnte währenden Tätigkeit im Krankenhaus zu erfahren. Auch ich habe nahe Verwandte, die im Krankenhaus mehr oder weniger ihr ganzes Berufsleben tätig waren und bereits einige deiner Erfahrungen bereits im Vorfeld gehört. Vor allem die Veränderungen der letzten Jahrzehnte, lassen doch starke Zweifel an der Existenz eines Sozialstaats aufkommen. Von sozialer Gerechtigkeit ganz zu schweigen.
        Leider (oder zum Glück) machte ich keine allzugroßen Erfahrungen im Krankenhaus, jedoch finde ich deine Anmerkung zur „Annäherung der 2 Klassengesellschaft“ sehr interessant. Wodurch vermutest du, dass sich die 2 Klassen mehr annähern, als sich voneinander zu trennen? Im Alltag ist es doch eher umgekehrt. Die „Klasse“ wird immer luxuriöser und noch exklusiver, während das Volk eben gerade noch sein darf. Als Beispiel die Flugtickets: Klassetickets werden immer teurer und die 1. Klasse des Airbus A380 bietet fast alles, was man sich vorstellen kann. Im krassen Gegensatz dazu die Billigairline Ryanair, die sogar laut über Stehplätze nachdenkt. Selbiges gilt für Zugtickets, Schulen usw…
        Aber vielleicht es auch schon genug an Luxus, so lange wie wirklich notwendig im Krankenhaus bleiben zu dürfen, eine möglichst wirksame medizinische Behandlung zu bekommen und täglich seine drei Mahlzeiten serviert zu bekommen. Kann mir auch vorstellen, dass einem von Schmerz geplagten Patienten sowieso nicht nach Luxus ist… Einen früheren Arzttermin zu bekommen ist ohnehin meist schon ein riesiger Vorteil!
        Das große Problem besteht sicherlich am aktuell akuten Ärztemangel. Nicht nur, dass generell zu wenig Ärzte ausgebildet werden, sondern die Zahl der Privatkassen wächst und die stark frequentierten Ärzte mit allgemeiner Krankenkasse abnehmen. Es sind schlussendlich die Ärzte mit den allgemeinen Kassen, die in den Engpass der Behandlungsqualität getrieben werden. Kein Wunder, wenn der Patient aus dem Mittelstand beinahe schon zu einer privaten Krankenversicherung greifen muss. Schließlich ist im Notfall die eigene Gesundheit das Letzte, an der man den Sparstift ansetzen möchte.
        Echt interessant, dass du sogar an der Wirkung der Medikamente einen Unterschied erkannt hast. Ist der Unterschied beim selben verabreichten Medikament aufgetreten? Welche Art von Qualitätsunterschied ist das? Ich hatte bisher eher das Gefühl, dass sich ein Arzt bei einem Privatpatienten einfach mehr Zeit für eine passgenaue Diagnose gibt und dadurch die Heilungschancen größer sind als sonst. Dabei sind wir schon beim wohl größten Problem der medizinischen Versorgung angelangt: Alles muss besser und schneller gehen. Die Visite findet nur noch physisch (wenn überhaupt) vor dem Patienten statt. Die Ärzte kommunizieren nicht mehr mit dem Patienten persönlich, sondern viel mehr mit dem davor aufgestellten Laptop und analysieren die EDV-technisch ausgearbeiteten Diagnosen. Der Patient liegt nur noch regungslos im Krankenbett und wird mit vielen offenen Fragen, aber einer Menge an einzunehmender Tabletten und gebrauchter Fachbegriffe zurückgelassen. Dabei würde ein kurzes Fragen nach seinem Befinden viel zielführender sein. Ich selbst lag einmal wegen starker Entzündungen in der Mundhöhle für 4 Tage im Krankenhaus. Ich konnte vor Schmerzen nicht mehr schlafen. Zur Behandlung bekam ich lediglich Infusionen – die natürlich meine Entzündung nicht abschwellen ließ. Meine Bitte einen Zahnarzt zu Rate zu ziehen wurde abgelehnt, da es scheinbar nichts mit meinen Zähnen zu tun habe. Nach 4 Tagen Schmerzen habe ich mich unter dem Protest der Ärzte selbst entlassen und besuchte anschließend meinen Zahnarzt. Dieser erkannte, dass einzig und allein ein entzündeter Weisheitszahn daran schuld war und mit Hilfe seiner Mundspülung war bereits am selben Abend die Entzündung zum Großteil angeklungen. Mittlerweile sind mir die Weisheitszähne gerissen worden und machen somit ohnehin keine Probleme mehr. Wäre ich ein Klassepatient gewesen, hätte man meinem Wunsch sicher eher stattgegeben.

        Auch mir passiert es viel zu oft, dass ich sehr schnell vom eigentlichen Thema abweiche und mich während des Schreibens in einem gänzlich anderen Thema verliere. Passiert also nicht nur dir und hält überdies den Spannungsbogen über mehrere Diskussionsrunden aufrecht.

        Einen schönen Sonntag wünscht dir
        Da_Wolf

        Antwort
      • 6. März 2016 um 6:52
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        Hallo Wolf,
        lieb, dass es dir doch noch nicht zu viel wird?

        Schön, daß du selber noch nicht so oft im Krankenhaus sein mußtest! Es wird ja auch immer ein bissi gefährlicher dort, wenn man sich den Anstieg der MRSA-Fälle so ansieht.

        Ich weiß nicht, wie das in Österreich so ist, aber ich denke, daß ihr ein ähnliches Gesundheitssystem wie wir hier habt.
        Ich glaube, daß sich die Krankenhausgeschichten deiner Verwandtschaft und meine Stories trotzdem sehr ähneln, gell☺️
        Auf deine Frage, lieber Wolf, wieso ich denke, daß sich die 2 Klassen annähern: im Alltagsleben, da hast du natürlich vollkommen recht, wird die „Klasse“ in so vielen Bereichen immer monströser und driftet enorm vom sog. „Normalen“ ab. Die Schere wird echt viel breiter, wo soll’s noch hinführen?Aber ich spreche jetzt nur vom Krankenhaus! Du weißt das sicher genauer als ich, daß die Krankenhäuser zunehmend zu Fabriken geworden sind. Sie müssen gewinnorientiert arbeiten und das Wohl und Wehe hängt von schwarzen Zahlen ab, die geschrieben werden müssen. Hier bei uns wurden in den letzten Jahren sehr viele kleine Kreiskrankenhäuser geschlossen. Manche von diesen kleinen Häusern wurden auch zusammen in einen Verbund gesteckt.
        Natürlich kämpfte jedes kleinere Haus darum, bestehen zu bleiben und ließ sich was einfallen, um interessanter und attraktiver zu sein. Ich finde, daß es in dieser Zeit anfing, daß auch für den ’normalen‘ Kassenpatienten mehr getan wurde, daß er sich wohlfühlen soll. Plötzlich kamen Servicekräfte mit weißen Schürzen zu den „Allgemeinpatienten“ (oje, dieses Wort). Sie wurden gefragt, wie sie ihre Mahlzeiten zusammenstellen möchten und das jeden Tag. Früher gab’s nur für die Privatpatienten nachmittags Kaffee und Kuchen, jetzt plötzlich für alle. Sicher läuft das nicht in allen Krankenhäusern gleich ab und ich kann’s auch nur von den mir bekannten Einrichtungen sagen. Aber das sind jetzt nur winzige Beispiele und ich möchte damit eigentlich nur sagen, daß sich z.B. die Sorge ums leibliche Wohl der Patienten inzwischen dem Standard der 1. Klasse angeglichen hat. Es wird renoviert, um alle Bereiche gut aussehen zu lassen, nicht nur mehr die sog. Privatstationen. Es werden Fachärzte herbeigeholt, die auch für den Kassenpatienten zuständig und erreichbar sind. Ich glaube aber auch, daß das Anspruchdenken der Menschen in den letzten Jahren gewaltig gestiegen ist und es sich ein modern denkender Krankenhausbetrieb nicht mehr leisten kann, hier riesige „Klassenunterschiede“ machen zu können. Natürlich wird immer versucht werden, für Privatpatienten noch ein Schipperl draufzulegen. Das wird auch erst aufhören können, wenn es keine verschiedenen Krankenkassen mehr gibt. Was mir jedoch riesige Sorgen macht , ist dies: Privatpatient oder Kassenpatient, zu wenig Personal sind wir immer, egal wo! Auch das unterscheidet sich jetzt nicht mehr! In meinem gestern endenden zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt auf besagter Privatstation arbeiteten im Frühdienst (sehr viel Arbeit!) für 20 Patienten: 1 examinierte Schwester und 1 Praktikant (Medizinstudent 1. Semester). Normal noch einer mehr, aber Krankmeldung. Das muß man sich mal reinziehen! Die Patienten müssen deshalb aber genauso versorgt werden.
        Ich bin mir sicher, daß im Krankenhaus diese Privatpatient/Kassenpatient Schere bald zuklappt und das aus wirtschaftlichen Gründen.

        Ganz anders jedoch sieht’s eben im Niedergelassenenbereich aus.

        Wegen deiner Frage zu den Medikamenten: Ehepaar (mein Mann, ich) haben sich gegenseitig mit Grippe angesteckt. Diese artet echt hochfiebrig aus, beiden geht’s schlecht. Beide gehen gemeinsam zum gleichen Arzt. Laborwerte von beiden gleich. Mann privatversichert, bekommt Antibiotikum, muß 3 Tage einnehmen, zack, schon ist er wieder recht gut beinander. Frau Kassenpatientin, bekommt auch Antibiotikum ( aber andere Zusammensetzung) muß 9 Tage einnehmen, bekommt Durchfall und Magenschmerzen, zieht noch eine Woche länger mit der Grippe rum.
        Ähnliches Problem mit Verschreibung von Physiotherapie. Dem guten Ehemänni werden lachenden Mundes seine Massagen verschrieben. Dem braven Ehefrauli wird tadelnd ein Zettel mit Bewegungsübungen für zuhause in die Hand gedrückt.
        Es ist halt schon so, daß ein Arzt einfach beim Privatversicherten mehr Bandbreite hat zu handeln, ob mit Medikamenten oder Diagnosemöglichkeiten. Bei mir (Kasse) ist es so, daß ich vierteljährlich ein Rezept für meine augendrucksenkenden Tropfen brauche. Fast jedesmal wird mir das Medikament einer anderen Firma ausgehändigt. Schon klar, die Wirkstoffe seien gleich (brennen aber trotzdem wie Hölle in den Augen). Wenn ich die anderen haben möchte, muß ich natürlich draufzahlen. Aber die Krankenkassen haben das Sagen, welche Firma gerade genommen wird, natürlich die, die gerade am billigsten ist. Ich wüßte nicht, daß es bei den Privatkassen dieses Diktat gibt.

        Nein, es ist schon so, daß man wirklich sehr zufrieden sein muß und jeden Tag extra Danke sagen sollte. In diesem Land und in deinem Land werden wir medizinisch großartig versorgt. Wir haben das große Glück, egal welche Krankenkasse wir haben, daß wir immer Hilfe bekommen. Auch wer nicht versichert ist, wird hier nicht unversorgt gelassen. Ob wir es ein bißchen „luxuriöser“ bekommen oder nicht, ist uns spätestens dann total wurscht, wenn’s uns wirklich mies geht?

        Es tut mir leid, daß man dich mit deinem Weisheitszahn verkehrt oder eigentlich gar nicht hilfreich behandelt hat. Da hätt‘ schon sein können, daß du als „Privater“ ein bisserl mehr Gehör bekommen hättest?

        So, aber jetzt hab‘ ich dich genug vollgesäuselt?

        Einen recht schönen Sonntag wünsch‘ ich dir☀️
        Elisabeth

        Antwort
      • 7. März 2016 um 18:41
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        Hallo Elisabeth
        Leider kann ich diesesmal deine letzte Nachricht nicht direkt beantworten, da aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen der „Antwort-Button“ zwar noch überall sichtbar ist, aber unter deiner letzten Nachricht eben nicht mehr.
        Das Schreiben und Antworten ist mir noch lange nicht zu viel, wenn auch ich an manchen Tagen nicht sofort alle Nachrichten beantworten kann. Muss ja schließlich auch noch einen echten Job nachgehen und an einen neuen Artikel arbeiten 😉
        Aber am besten gefällt mir noch immer das Beantworten der Kommentare. Das ist schlußendlich auch der ganze Sinn vom Schreiben…

        Ich war zwar sehr viel im Krankenhaus, aber da war ich noch sehr klein und kann mich daher so gut wie gar nicht mehr erinnern. In den letzten Jahren blieb ich zum Glück zumeist davon verschont.
        Vielen Dank für deine Ausführungen zur 2-Klassen Gesellschaft in den Krankenhäusern. An die Zeit, als auschließlich den Privatpatienten ein heißer Kaffee am Nachmittag gebracht wurde, kann ich mich nicht erinnern. Hängt aber vermutlich weniger mit Gedächtnisverlust, sondern vielmehr mit meinem Alter zusammen. Ich persönlich denke, dass zwar medizinische Einrichtungen, Innenausstattungen sowie das Essen vielleicht angeglichener sind, jedoch die Betreuung stark vom eigenen Geldbeutel abhängig ist. Wenn man einsparen muss, macht es am meisten Sinn bei der teuersten Anschaffung zu beginnen – und das ist nun einmal die Ressource Personal. Seit das Gesundheitssystem (GESPAG in Ö.) wie das Wasser, Straßen etc. privatisiert wurden, müssen auch diese Einrichtungen gewinnorientiert geführt werden. Dazu passt es, dass du nicht die selben Medikamente wie dein Ehemann verabreicht bekamst. Da lässt man auch schon einmal einen „schlechter zahlenden Kunden“ ohne die so wichtigen teueren, aber besser wirkenden Medikamente mit höllischen Schmerzen im Krankenbett liegen. Glaube zwar nicht unbedingt daran, dass Krankheiten wie Krebs schon längst heilbar wären, wenn man die Medikamente nicht zurück halten würde, aber die Grenze zwischen Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit wird trotzdem schon so manches Mal überschritten. Ob die Krankenhäuser durch einen besseren Service versuchen, die Allgemeinpatienten an sich zu binden, bezweifle ich etwas. Durch die Betten- und Personalknappheit schickt man versorgungspflichtige Patienten mit einer Unmenge an hochdosierten Medikamenten nachhause. Wirft diese sogar fast aus dem Haus um ein freies Bett für den nächsten Akutpatienten bereit zu stellen! Habe damit selbst in meiner Verwandtschaft Erfahrungen gemacht. Der Patient konnte die nächsten zwei Tage in seinen eigenen vier Wänden vor Schmerzen so gut wie nicht schlafen. Erst als er zu einen anderen Arzt geschickt wurde und dieser vor Fasungslosigkeit die Hände über den Kopf zusammenschlug, kam er in eine angemessene stationäre Behandlung. Der Arzt meinte sogar, dass ein falscher Handgriff für den Patienten zu dieser Zeit tötlich enden könnte…
        Zeitgleich zum akuten Personalmangel steigen wie du bereits erwähntest die Ansprüche der Patienten. Hab sogar gehört, wie sich Patienten beschwerten, dass sie ihr Lieblingsprogramm im Fernsehen nicht sehen konnten. Oder das Internet zu langsam und zu teuer sei! Bei den langen Wegen, die eine Arztschwester auf dem Flur zwischen dem ersten und letzten Krankenzimmer pro Tag zurücklegen muss, kommen auch noch eine große Anzahl völlig unnötiger Einsätze hinzu. Unter dem Strich leidet die Betreuung darunter. Mancher Patient wäürde sich schon über ernst gemeinte tröstende Worte glücklich. Stattdessen wird er mit Tabletten abgefüttert.
        Ob die Schere zwischen den allgemein immer weiter auseinanderklaffenden Klasseunterschieden tatsächlich bald zuklappt, weiß ich nicht. Extremfälle zeigen uns, dass es da noch sehr viel Luft nach oben gibt. Leider!
        Solange wir noch das Gefühl haben, dass es uns vergleichsweise noch sehr gut ergeht und unser Sozialstaat die Grundversorgung in annehmbarer Qualität aufrecht erhalten kann, wird es auch keine großen Veränderungen in eine positive Richtung geben. Echte Veränderungen gehen noch immer vom Unmut des Volkes aus und davon sind wir zum Glück noch weit entfernt.

        Wünsche dir an dieser Stelle noch einen schönen Abend und hoffe, wir hören uns sehr bald wieder 😉
        Da_Wolf

        Antwort
      • 8. März 2016 um 9:12
        Permalink

        Lieber Wolf,
        herzlichen Dank für deine liebe und interessante Antwort.
        Ich habe auch keinen Antwortbutton mehr gefunden und versuch’s jetzt so :-))
        Du hast mir wieder viele Anstubser gegeben, wo ich jetzt drüber nachdenken muß!
        Jetzt sind wir vom MK-Ultra-Projekt in die 2-Klassengesellschaft in den Krankenhäusern gekommen 🙂
        Es ist sowieso total toll, daß du als Berufstätiger noch die Zeit findest, die Beiträge so geduldig und ausführlich zu beantworten!
        Dankeschön dafür.
        LG Elisabeth

        Antwort
        • 12. März 2016 um 23:31
          Permalink

          Hallo Elisabeth
          Ist mir jedes Mal wieder eine Freude mit dir über interessante Themen zu diskutieren. Manchmal ist die Zeit tatsächlich etwas knapp, aber für mich hier sicher besser genutzt, als vor dem Fernseher zu vergeuden. Obwohl die ständige Erreichbarkeit via Smartphone mitunter schon belastend sein kann, ist es hierfür ein Segen. Wäre ich für jeden Kommentar an einen PC gebunden, könnte ich vermutlich nicht mehr die notwendige Zeit aufbringen.
          Würde mich freuen dich in den Kommentaren einer meiner nächsten Beiträge wieder zu sehen. Bin schon gespannt in welche Themen wir dann abtauchen werden.
          Schöne Grüße und einen schönen Sonntag
          Da_Wolf

          Antwort
  • 25. Februar 2016 um 15:33
    Permalink

    Wow, was für ein spannender, ausführlicher und gut recherchierter Artikel über dieses wichtige Thema! Ich bin beeindruckt.
    Schön, dass du auf meinen Blog gefunden hast 🙂
    Viele Grüße
    Annika

    Antwort
    • 26. Februar 2016 um 9:53
      Permalink

      Freut mich, dass dir mein Beitrag so gut gefallen hat. Vielleicht sehe ich dich bei einem meiner weiteren Beiträge wieder! Spannende Themen gibt es ja zur Genüge, sie müssen nur entdeckt werden
      Schöne Grüße
      Da_Wolf

      Antwort
  • 27. Februar 2016 um 8:00
    Permalink

    Grauenhaft!
    Danke für den beitrag.
    Exzellent recherchiert. Ausgezeichnet neutral geschrieben.

    So etwas waren, sind und werden immer VERBRECHEN bleiben!
    Keine Anklagen, keine Richter. Nicht nur in den USA, Russland, China oder sonstwo.
    Mißbrauch der Macht, überall betrieben, fast nie gestoppt.

    Antwort
    • 28. Februar 2016 um 2:50
      Permalink

      Danke für die Rosen 😉
      Besonders pervers finde ich den Gedanken der hier völlig unbekannten eurthorischen Sympathie zum eigenen Land (USA), die sich zwar selbst gerne Feiern lässt aber im Fall des Falles unter dem Titel der „Nationalen Notwendigkeit“ keine Grenzen und Mittel mehr kennt, um die gesetzten Ziele zu erfüllen. Seblst wenn es bedeutet, die eigenen Bürger zu versklaven…
      Guantanamo ist ein naheliegender Schritt um die Forschung ins nächste Level der Unmenschlichkeit zu hieven. Und so etwas nennt sich dann am Ende Weltverbesserer, menschlich, fürsorglich und demokratisch? Die Opfer von MK-Ultra hatten doch niemals die Wahl!

      Antwort
  • 28. Februar 2016 um 16:43
    Permalink

    ein wahnsinn den du beschreibst.
    mir sind die usa und ihre machenschaften schon lange unsympathisch und ihre bigotterie mit den ns-schergen, die nicht angeklagt wurden ist degoutant. ein land in das ich niemals reisen werde.

    Antwort
    • 29. Februar 2016 um 1:11
      Permalink

      Da gebe ich dir absolut recht, nur mit dem Reisen wäre ich doch etwas vorsichtig. MK-Ultra bzw. Artischocke-Projekte wurden auch in Deutschland gemacht! Da muss man gar nicht so weit fahren (fliegen)

      Antwort
  • 28. März 2016 um 2:00
    Permalink

    Ich sehe, dass Du dich in Themengebiete reinarbeitest, die einfach nur traurig sind. Du zeihst Dir die geballte Arroganz der Menschheit und die Perversion des menschlichen Existenz schlechthin rein und gräbst tiefer und tiefer… ich habe das auch hin und wieder getan. Als Beispiel: Die Versuche des Dr. Mengele in Auschwitz. Ich war fertig mit den Nerven. Ich konnte nicht begreifen, was dieser Mann für den „Fortschritt der Wissenschaft“ tat. Bei den Recherchen und beim Schreiben musste ich hin und wieder pausieren, um meine Weinanfälle zu bewältigen. Auch andere Reaktionen hatte ich bei anderen Recherchen, beispielsweise: Wut. Wut gegen diese Ungerechtigkeiten über die ich las und schreib… Mal ne Frage: Wie gehst du emotional mit solchen traurigen Themen um? Überwiegt das Interesse und du ziehst es stracks durch? Oder hast du emotionale Kämpfe zu bestehen? Gruß, Karol

    Antwort
    • 31. März 2016 um 23:12
      Permalink

      Hallo Karol
      Finde deine Sichtweise echt interessant. Emotionale Kämpfe habe ich grundsätzlich keine zu bestehen. Sehe mich hier eher wie ein Journalist. Als Außenstehender, als Beobachter einer Situation. Wie du vielleicht an meinem Schreibstil (wenn man das so nennen kann) siehst, versuche ich nach Möglichkeit im Text nicht allzu stark zu werten. Es ist eher eine Aneinanderreihung von Fakten und diese werden in einer festgelegten Abfolge als Text niedergeschrieben. In den Kommentaren werden zwar viele verwandte Themen diskutiert, aber wie jetzt auch in deinem Fall oftmals kein direkter Bezug zum Inhalt sichtbar. Kann aber gleichzeitig deine Reaktionen ganz gut nachvollziehen. Empfinde auch selbst ein echt ungutes Gefühl in der Nacht in einem finsteren Raum mir Filme über z.B. Übersinnliche Phänomene anzusehen.
      Ich persönlich denke, dass so ziemlich jeder durch Filme, die täglichen Nachrichten etc. bereits zu einem gewissen Grad abgestumpft ist und diese Geschichten auch deshalb meist nicht mehr so leicht an sich ran lässt.
      Lg. Da_Wolf

      Antwort
      • 31. März 2016 um 23:42
        Permalink

        Leider hast du Recht. Leider, weil durch die tägliche Abstumpfung die Empathie verloren geht. Danke für die Antwort und Gruß, Karol

        Antwort
    • 2. April 2016 um 9:42
      Permalink

      Echt tolles Programm! Dachte mir zu Beginn zwar noch, was das alles mit MK-Ultra zu tun hat, aber zum Schluß konnte ich doch zumindest ganz kurz einen echt interessanten Zusammenhang erkennen. HAARP wäre eigentlich echt einmal einen eigenen Artikel wert. Höchst interessant! Vielen Dank!
      Mich würde jetzt nur noch interessieren, was und wie du über HAARP und die militärische Nutzung bzw. die einzelnen Verschwörungstheorien denkst. Eine kurze Erläuterung deiner eigenen Gedanken würde mich sehr freuen.
      Danke und schöne Grüße
      Da_Wolf

      Antwort
      • 3. April 2016 um 22:49
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        Nabend …Ein Gedanke möchtest du wissen gerne. Es gibt so einen coolen Werbespruch aus der Autobranche …“Nichts ist unmöglich Toyota“Dir noch nen schönen Abend W8Sreens

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  • 4. Juli 2016 um 17:51
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    Sehr interessantes Thema. Weiß nicht, ob du zufällig den Radiosender crop.fm kennst – da gibt’s auch immer wieder Sendungen zum Thema „mind cntrol“.

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    • 5. Juli 2016 um 9:52
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      Woow, vielen lieben herzlichen Dank! Suche ständig nach neuen Themen, die mich interessieren, aber auch für meine Leser von Interesse sein könnten. Crop.fm ist da eine wahre Goldgrube und wird teilweise sicherlich auch in zukünftigen Artikeln zu finden sein.

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  • 27. Juli 2016 um 10:51
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    warum wundert mich nichts was du beschreibst?
    die sogenannte forschung mit folter, mind controll etc. mit drogen und e-schocks sind menschenverachtend.
    dass amerika ein bigottes system hat, war mir durchaus bewusst. die ausmaße allerdings nicht.
    es widert mich an.
    und dass naziverbrecher in den usa weiter forschen durften ist eine ungeheuerlichkeit.
    mit welchem recht aber haben sie in den nürnberger prozessen menschen zum tode verurteilt?
    ich will damit die naziverbrechen nicht entschuldigen, aber dieses mit zweierlei maß messen ist echt ätzend.
    irgendwie wünsche ich mir trump zum näxten us-präsidenten, denn er will, dass die usa sich um eigene probleme und nicht die der ganzen welt kümmern. verdammt!

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    • 28. Juli 2016 um 14:35
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      Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass sich die USA mit ihrem System der Folter nicht nur auf das US-amerikanische Territorial begrenzt, sondern auch in Deutschland nach 1945 tätig war. Ich hörte zwar von keinem Fall in dem jemand zu Tode kam, aber bleibende psychische Schäden gab es bestimmt. Guantanamo ist lediglich die Fortführung, die Lehre aus den damals gewonnen Erkenntnissen. MK-Ultra wiederum war auch alles andere als neu. Es war die Fortführung der NS-Folter und diese wiederum… die Ursprünge reichen wohl Jahrhunderte zurück. Die Nürnberger Prozesse waren sicherlich gut und notwendig, aber in erster Linie von großem Nutzen für die Siegermächte – allen voran die USA. Es ist eben ein Geben und Nehmen. Ohne den Prozess hätte es wohl niemals die weltweite Verfolgung durch Nazi-Jäger gegeben, andererseits gab man den USA ein mächtiges Instrument in die Hände: Ohne Kontrolle von außen über jemanden zu richten oder diese Macht für die eigenen Dienste zu nutzen. Im Sinne der Gerechtigkeit, Sicherheit und Forschung. So oder ähnlich wurde zumindest die Arbeit v. W. v. Braun später gerechtfertigt. Und er war nur der prominenteste Vertreter…

      Trump ist ein typischer Vertreter des Populismus. Er wird niemals seine Forderungen in diesem Ausmaß umsetzen können. Wenn dies so einfach wäre, hätte sich auch Obama bei seinen Reformen besser durchgesetzt. Das ist so ähnlich mit den Briten und deren Brexit. Zuerst wird laut geschrien, kommt man aber damit tatsächlich zum Ziel muss man im eigenen Interesse schnell zurückrudern und die radikalen Forderungen abschwächen, da man als weise Person sich nicht vorsätzlich schädigen will. Die dummen sind einzig die Masse, die diesen schönen Worten folgen, da ihnen entweder der Weitblick fehlt oder diese Fähigkeit in Anwesenheit der schön klingenden Versprechungen vorschnell ausblenden. Clinton oder Trump? Übel ist beides!

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